Wirtschaft

Öffnungen im Einzelhandel Firmenverbund stellt Sieben-Punkte-Plan vor

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Alleine im Geschäft: Was früher ein Traum vieler war, ist heute mancherorts schon Realität.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der Einzelhandel erhöht den Druck auf die Politik. Um Öffnungen möglichst bald zu erreichen, stellen mehrere Einzelhandelsfirmen nun einen eigenen Plan vor, der sicheres Einkaufen gewährleisten soll. Indes stellt Baden-Württemberg ab dem 8. März ein Terminsystem in Aussicht.

Vor den Bund-Länder-Beratungen über mögliche Lockerungen des Lockdowns hat ein Zusammenschluss von Einzelhandelsfirmen ein Sieben-Punkte-Konzept vorgelegt, das eine sichere Öffnung ermöglichen soll. Es sehe einheitliche Zugangsbeschränkungen für die Läden, Abstandsregelungen, umfangreiche Hygienemaßnahmen sowie strikte Kontrollen vor, ob die Regeln auch eingehalten werden. Diskutiert wird laut eines Berichts des "Handelsblatts" auch eine Kontaktnachverfolgung mittels einer App.

Alexander Otto, Chef des Shoppingcenterbetreibers ECE und einer der Initiatoren des Konzepts, warnte in der Zeitung vor einem "Totalschaden" für die Branche. Jeder weitere Tag koste Millionen, da bereits gekaufte Ware abgeschrieben werden müsse, sagte er dem "Handelsblatt". Patrick Zahn, der Chef des Textildiscounters Kik, sagte, es sei höchste Zeit, dem Handel eine Perspektive zu bieten. "Es ist für die Unternehmen überlebenswichtig, in Abstimmung mit der Regierung nun konkrete Schritte für eine langsame Lockerung zu entwickeln."

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut von der CDU kündigte für ihr Bundesland ein "Click & Meet"-Konzept an. Es soll den Bürgerinnen und Bürgern ab dem 8. März das Einkaufen wieder ermöglichen. Kunden können dann wieder in den Läden stöbern, Waren begutachten und kaufen, sofern sie sich vorab einen Termin für ihren Einkauf reserviert haben. Das Konzept biete "zunächst für kleinere Geschäfte eine echte Perspektive", sagte Hoffmeister-Kraut der Zeitung.

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In Rheinland-Pfalz ist das Einkaufen in Bekleidungsgeschäften nach Terminvereinbarung schon jetzt wieder möglich. Nach vorheriger Vereinbarung können Geschäfte Einzeltermine vergeben - allerdings darf immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, sieht solche Konzepte jedoch kritisch. Zwar könnten sie "kurzfristig eine erste Brücke in die Normalität sein", so Genth. Über einen länger andauernden Zeitraum helfe das aber nicht weiter und "großen Geschäften schon gar nicht". Viele Geschäftsmodelle im Einzelhandel würden sich zudem nur dann finanziell tragen, wenn entsprechend viele Waren an viele Kunden verkauft würden, gab er zu bedenken.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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