Wirtschaft

"Seit mehr als 100 Jahren hier" Ford hält an Europa fest

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Zeichen der Zeit: Auf der IAA 2019 wirbt Ford unter anderem mit einer Plug-in-Hybrid-Version des Modells "Kuga".

(Foto: imago images / HMB-Media)

Wie geht es nach dem Stellenabbau bei Ford mit der Europa-Tochter weiter? Auf der Automesse IAA in Frankfurt bemüht sich Ford-Manager Rowley Spekulationen zu entkräften. Dabei gewährt er Einblick in die strategischen Pläne des US-Autobauers.

Der US-Automobilkonzern Ford hat sich am Rande der Automesse IAA ausdrücklich zum Geschäft in Europa bekannt. Anders als der Wettbewerber General Motors (GM) will Ford demnach an der konzerneigenen Europa-Strategie festhalten. "Wir haben keine Pläne, Europa zu verlassen", sagte Europa-Chef Stuart Rowley auf der IAA in Frankfurt. "Wir sind seit mehr als 100 Jahren hier und wollen noch viele Jahre bleiben."

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Stuart Rowley, bei Ford zuständig für Europa.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der US-Autobauer GM dagegen hatte sich in den vergangenen Jahren schrittweise aus dem europäischen Absatzmarkt zurückgezogen. Die traditionsreiche GM-Tochter Opel traten die Amerikaner an den französischen Peugeot- und Citroen-Hersteller PSA ab. General Motors wolle sich künftig stärker auf den Heimatmarkt konzentrieren, hieß es.

Sparmaßnahmen bei Ford hatten zuvor in Branchenkreisen auch Spekulationen um ähnliche Absetzbewegungen ausgelöst: Der Hersteller hatte Ende Juni den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen in Europa angekündigt. Davon ist auf dieser Seite des Atlantiks etwa jede fünfte Stelle bei Ford betroffen. Fünf Ford-Werke - drei in Russland und jeweils eins in Frankreich und Großbritannien - werden geschlossen. Eine Getriebefabrik in der Slowakei wird verkauft.

Europa-Zentrale in Köln

Nach den Vorstellungen der Konzernmutter soll Ford bis zum Ende des Jahres 2020 - also bis Ende kommenden Jahres - nur noch 18 Produktionsstandorte in Europa betreiben. Dass auch Arbeitsplätze in Deutschland davon betroffen sein könnten, liegt auf der Hand: Die Europa-Zentrale des Autobauers befindet sich in Köln. Die weltweiten Aktivitäten von Ford werden vom Hauptsitz der Konzernmutter in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan aus gesteuert.

Wie Europa-Chef Rowley auf der IAA weiter ausführte, rechnet Ford damit, dass bis zum Jahr 2022 rund die Hälfte seiner in Europa verkauften Fahrzeuge Hybrid- oder Elektro-Antriebe haben werde, sagte Rowley. Wie hoch dabei der Anteil reiner Stromer sein könnte, ließ er offen.

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Mit Blick auf autonom fahrende Pkw für den Personennahverkehr äußerte sich der Ford-Europa-Chef vorsichtig. Die Einführung von Roboter-Taxis von Ford sei in Europa eher auf lange Sicht zu erwarten. "In nächster Zeit wird das persönliche Fahrzeug weiter unser Hauptgeschäft sein - und es wird uns auch erhalten bleiben."

Ford testet selbstfahrende Autos aktuell unter anderem in Miami und der US-Hauptstadt Washington. Ford ging bei der Roboterwagen-Technologie zudem eine globale Allianz mit Volkswagen ein.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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