Wirtschaft

Unter dem Strich mehr Order Für Airbus endet Corona-Jahr versöhnlich

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Airbus übergab im vergangenen Jahr 566 Maschinen an die Kundschaft.

(Foto: imago images/VCG)

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat das Corona-Jahr besser gemeistert als zunächst angenommen. Zwar wird das Unternehmen weiterhin Tausende Stellen streichen. Doch unter dem Strich wuchs das Bestellbuch um fast 270 Aufträge.

Der Luftfahrtkonzern Airbus hat im abgelaufenen Jahr trotz der Corona-Krise mehr Flugzeug-Bestellungen hereingeholt als Stornierungen kassiert. Netto kamen Aufträge über 268 Maschinen herein, wie das europäische Unternehmen in Toulouse mitteilte. Dank eines Schlussspurts gelang es Airbus, im Gesamtjahr 566 Jets auszuliefern. Der Dezember war demnach mit 89 Auslieferungen der stärkste Monat des Jahres. Am Ende wurden aber gut ein Drittel weniger Flugzeuge übergeben als im Rekordjahr 2019.

Von ursprünglich für das Gesamtjahr angepeilten 880 Auslieferungen blieb Airbus aber wegen der Pandemie und ihrer Folgen wie erwartet weit entfernt. Dennoch verteidigte der Konzern seine Position als größter Flugzeugbauer der Welt. Der US-Rivale Boeing hatte die Spitzenposition wegen des Start- und Auslieferungsverbots für seinen wichtigsten Flugzeugtyp 737 Max im Jahr 2019 an Airbus verloren.

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Weil der US-Konzern die 737-Max-Maschinen nicht ausliefern konnte und die Produktion zudem zeitweise ganz stoppte, konnte er in den ersten elf Monaten über die ganze Modellpalette hinweg nur 118 Maschinen an seine Kunden übergeben. Die Zahlen vom Dezember hat Boeing noch nicht veröffentlicht. Zudem stornierten Boeing-Kunden in den Monaten Januar bis November mehr als 500 Flugzeuge.

500 Bestellungen weniger als 2019

Auch diese Bilanz sieht bei Airbus trotz der herben Folgen der Pandemie für Fluggesellschaften in aller Welt deutlich besser aus. Im Gesamtjahr holte Airbus neue Bestellungen über 383 Maschinen herein - vor allem vor dem Ausbruch der Pandemie. Im Gegenzug kassierte der Konzern 115 Stornierungen. Davon stammten 66 aus dem ersten Quartal und hatten nach früheren Angaben des Herstellers noch nichts mit der Corona-Krise zu tun. Unter dem Strich waren es dennoch 500 Aufträge weniger als im Jahr zuvor. Letztlich schrumpfte der Auftragsbestand damit um knapp 300 auf 7184 Maschinen.

Allerdings haben viele Fluggesellschaften die Abnahme bereits bestellter Maschinen um Monate oder Jahre in die Zukunft verschoben. Für die Produktion bei Airbus hat das weitreichende Folgen. Im Frühling waren die Auslieferungszahlen des Herstellers wegen der Corona-Krise deutlich abgesackt. Seit dem Sommer ging es dann wieder ein gutes Stück aufwärts. Wegen des coronabedingten Einbruchs im weltweiten Flugverkehr haben Airbus und Boeing ihre Flugzeugproduktion allerdings deutlich zurückgefahren und den Abbau Tausender Jobs angekündigt.

Viele Fluggesellschaften wie Lufthansa konnten sich nur dank staatlicher Hilfen vor der Pleite retten. Zusätzliche Jets können sie derzeit nicht gebrauchen und täten sich wegen der eingebrochenen Einnahmen im Fluggeschäft auch mit der Bezahlung schwer. Branchenvertreter erwarten, dass der weltweite Luftverkehr erst in einigen Jahren wieder das Niveau von 2019 erreicht.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts