Wirtschaft

Kaum Bierabsatz im Teil-Lockdown Für Brauereien geht es um die Existenz

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Brauereien fordern von der Bundesregierung mehr Hilfe.

(Foto: imago/Westend61)

Neben der Gastro-Branche leiden auch eng verknüpfte Wirtschaftszweige unter den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Bierbrauer klagen über einbrechende Absätze. Das Handelsgeschäft kann die schweren Umsatzverluste nicht ansatzweise ausgleichen.

Den mehr als 1500 deutschen Brauereien macht die Schließung von Gaststätten, Hotels, Bars, Kneipen und Clubs infolge steigender Corona-Infektionen schwer zu schaffen. "Über Nacht kam der Fassbierabsatz völlig zum Erliegen, auch ein Teil des Flaschengeschäfts", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. "Und niemand weiß, wie es jetzt weitergeht."

Zwar gebe es einige Brauereien, die ihre Biere überwiegend über den Handel absetzten. Diese seien bisher besser durch die Krise gekommen. "Aber das Handelsgeschäft kann bei den meisten Unternehmen die schweren Umsatzverluste in der Gastronomie nicht ansatzweise ausgleichen", sagte Eichele. "Für den Großteil der überwiegend familiengeführten und mittelständischen Brauereien in Deutschland ist die Situation mittlerweile dramatisch, wenn nicht existenzbedrohend." Deutschland ist dem Branchenverband zufolge mit einem Gesamtbierabsatz von gut 92 Millionen Hektolitern Bier - exklusive alkoholfreier Biere - die größte Braunation in Europa und weltweit die Nummer fünf.

Um ein Brauerei-Sterben zu verhindern, werden Hilfen der Bundesregierung gefordert. Die Zusage, das in Not geratene Gastgewerbe mit finanziellen Hilfen zu unterstützen, sei ein wichtiges Signal. "Aber gleichzeitig muss auch sichergestellt sein, dass über die Gastronomie hinaus ähnlich schwer betroffene Partnerbranchen ebenfalls eine Unterstützung erhalten, die das Überleben dieser Betriebe sichert", sagte Eichele. Auch Lieferanten, wie etwa Brauereien oder Großhändler, bräuchten dringend Hilfe und eine Perspektive. "Viele dieser familiengeführten Betriebe stehen in der Corona-Krise bereits am Abgrund", sagte Eichele.

Quelle: ntv.de, mba/rts