Wirtschaft

Streik findet wie geplant statt GDL lehnt Schlichtungsangebot der Bahn ab

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Es wird nicht geschlichtet: Weselsky will den Streik.

(Foto: REUTERS)

Die Lokführergewerkschaft GDL lehnt den Vorschlag der Deutschen Bahn ab, kurzfristig in ein Schlichtungsverfahren einzusteigen. Bei einer Pressekonferenz erhebt Gewerkschaftschef Weselsky schwere Vorwürfe gegen die Bahn.

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) will wie geplant vier Tage lang streiken. Das kündigte Gewerkschaftsboss Claus Weselsky in Berlin an. Damit lehnt er ein Schlichtungsangebot der Deutschen Bahn ab, die damit den Streik noch kurz vor dessen Beginn im Personenverkehr abwenden wollte. Für eine Schlichtung hatte sich kurz vor der Pressekonferenz Weselsky auch Kanzlerin Angela Merkel ausgesprochen. Die Entscheidung sei im Vorstand der GDL einstimmig gefallen, sagte Weselsky. Der Streik im Personenverkehr solle in der kommenden Nacht um 2 Uhr beginnen. Der Güterverkehr wird bereits seit 15 Uhr bestreikt.

Weselsky erhob schwere Vorwürfe gegen die Bahn. Diese wolle die im Grundgesetz verbürgten Rechte der Gewerkschaften beschneiden. Das Schlichtungsangebot des Unternehmens stellte er daher als eine Frage über das Grundgesetz dar - dieses könne daher nur abgelehnt werden. Die Bahn inszeniere ein "perfides Medienspektakel" gegen die GDL", sagte er. Über inhaltliche Fragen könne später wieder verhandelt werden. Mehrfach nannte er das Tarifangebot der Bahn vom Sonntag "unanständig", weil es das Streikrecht infrage gestellt hätte. Darüber könne auch nicht in einem Schlichtungsverfahren verhandelt werden.

Mit dem Angebot eines Schlichtungsverfahrens wollte die Deutsche Bahn den Lokführerstreik in letzter Minute abwenden. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt sollten beide Seiten jeweils einen unparteiischen Schlichter benennen, die dann einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen sollen, hatte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber gesagt. Das Angebot sei der GDL am Mittag zugegangen. Voraussetzung sei, dass die GDL ihren Streik absage und dieses Angebot zur Schlichtung bis Mittwochabend um 20.00 Uhr annehme. Weber stellte klar: "Wir denken nicht daran, unsere grundsätzliche Position aufzugeben."

Der mehr als viertägige Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn begann bereits am Nachmittag. Zunächst waren die Lokführer der Güterzüge aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Ab Donnerstagmorgen um 2 soll dann der gesamte Personenverkehr bestreikt werden. Die Bahn will rund ein Drittel des Verkehrs aufrechterhalten. Dazu sollen Lokführer eingesetzt werden, die nicht bei der GDL organisiert sind. Der Ausstand soll bis Montagfrüh um 4 Uhr andauern.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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