Wirtschaft
Der Markt für Klein- und Kompaktwagen in den USA schwächelt bereits seit 2014.
Der Markt für Klein- und Kompaktwagen in den USA schwächelt bereits seit 2014.(Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)
Montag, 16. April 2018

Hunderte Stellen fallen weg: GM reagiert auf Kompaktwagenflaute

In den USA fahren die Kunden immer weniger auf Kompaktwagen ab. General Motors zieht derhalb die Reißleine und fährt seine Produktion in Lordstown /Ohio zurück. Auch Ford und Fiat Chrysler wollen ihre Produktion drosseln.

Kompaktwagen sind bei US-Autokäufern derzeit wenig gefragt: Wegen einer "historischen" Veränderung des Kundeninteresses legt der Autokonzern General Motors (GM) einen Teil der Produktion seines Modells Chevrolet Cruze vorerst auf Eis. Im Werk in Lordstown im Bundesstaat Ohio fallen deshalb 1500 Stellen weg, teilte das Unternehmen mit.

"Mit Blick auf den Markt für Kompaktwagen für 2018 und darüber hinaus glauben wir, dass eine Produktion im Ein-Schicht-Betrieb der stabilere Ansatz ist, um sich der Nachfrage anzugleichen", sagte GM-Sprecherin Dayna Hart. Die zweite Schicht soll demnach ab Mitte Juni ausgesetzt werden.

Im vergangenen Jahr verkaufte General Motors 150.000 Chevrolet Cruze in den USA; alle davon wurden in Lordstown gefertigt. Seit Jahresbeginn brachen die Verkaufszahlen um 28 Prozent ein, wie aus Zahlen des Branchendienstes Autodata hervorgeht.

Auch Ford und Fiat Chrysler drosseln Produktion

Hart betonte, der Markt für Klein- und Kompaktwagen in den USA sei bereits seit 2014 rückläufig - ein Trend, der durch niedrige Spritpreise und die gute wirtschaftliche Lage gestützt werde. Wegen der Dynamik am Arbeitsmarkt und günstiger Finanzierungen schaffen sich viele Verbraucher größere Modelle wie etwa SUVs an.

Auch die GM-Konkurrenten Ford und Fiat Chrysler kündigten bereits an, die Produktion von Kompaktwagen zurückzufahren: Während Ford seine Autoproduktion verstärkt nach Mexiko und China verlegt und ein Werk in Wayne im Bundesstaat Michigan umfunktioniert, um dort Lastwagen herzustellen, baut Fiat Chrysler in seinen Fabriken nahe Detroit künftig vor allem Pick-up Trucks.

Hart betonte gleichwohl, dass sich der Autobauer nicht vollständig von kleineren Fahrzeugen abwende. Dieser Markt mache noch immer 36 Prozent aller Verkäufe in den USA aus - und ermögliche es Chevrolet, sich neue Kunden zu sichern.

Quelle: n-tv.de