Wirtschaft

Ziel für Geschäftsjahr in Gefahr "Geopolitik" lässt Siemens straucheln

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Joe Kaeser blickt trotz aller Widrigkeiten optimistisch in die Zukunft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Marktumfeld habe sich erheblich verschlechtert. Das Ziel eines moderaten Umsatzwachstums sei schwieriger zu erreichen. Siemens kann nicht nur gute Nachrichten bei der Präsentation der Quartalszahlen verkünden. Vorstandschef Kaeser ist dennoch positiv gestimmt.

Trotz Konjunkturflaute hat der Industriekonzern Siemens in seinem dritten Geschäftsquartal wie erwartet mehr umgesetzt, mit dem Ergebnis die Erwartungen aber verfehlt. Die Münchener halten an ihrer Jahresprognose fest, das Ziel wackelt aber. "Ein robuster Mobilitätssektor und eine konsequente Abarbeitung von Projekten werden uns helfen, unsere Ziele für das Geschäftsjahr zu erreichen", sagte Vorstandschef Joe Kaeser. Doch das Ziel, den Umsatz auf vergleichbarer Basis moderat zu steigern, sei "herausfordernder geworden".

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Der Dax-Konzerns erlöste zwischen April und Ende Juni 21,3 Milliarden Euro. Das waren vier Prozent mehr als vor einem Jahr und etwas mehr als Analysten erwartet hatten. Der Auftragseingang summierte sich auf 24,5 Milliarden Euro - ebenfalls mehr als vor Jahresfrist und als erwartet.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) sank im industriellen Geschäft auf 1,9 Milliarden Euro, das waren zwölf Prozent weniger als vor Jahresfrist. Analysten hatten hier deutlich mehr erwartet. Unter dem Strich blieb ein Nachsteuergewinn von 1,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren 1,2 Milliarden Euro hängen geblieben. Einen ähnlichen Wert hatten die Experten Siemens erneut zugetraut.

Schlüsselmärkte trüben sich erheblich ein

Siemens bestätigte den Ausblick für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr, zeigte sich allerdings nicht mehr ganz so zuversichtlich. Das Marktumfeld habe sich erheblich verschlechtert, und es sei schwieriger geworden, das Ziel eines moderaten Umsatzwachstums zu erreichen.

Im industriellen Geschäft traut sich Siemens jetzt nur noch zu, bei der Marge das untere Ende der Prognosespanne von 11 bis 12 Prozent zu erreichen. Im dritten Quartal erzielten die Münchener eine bereinigte operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) von 9,6 Prozent, nach 11,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Die Schlüsselmärkte für Siemens hätten sich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres (per Ende September), erheblich eingetrübt, vor allem für kurzzyklische Geschäfte. "Geopolitik und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft schaden einer ansonsten positiven Geschäftsneigung", sagte Vorstandschef Kaeser.

Auftragseingang wächst um sechs Prozent

Nur die Zug-Sparte und die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers legten zu. Die Automatisierungs-Sparte Digital Industries leidet darunter, dass Auto- und Maschinenbauer unter anderem weniger Steuerungen für Produktionsroboter bestellten.

Der Auftragseingang wuchs getrieben von Milliardenaufträgen für die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und einer Order für Hochgeschwindigkeits-Züge aus Russland für die Zug-Sparte Mobility. Beide Werte lagen über den Erwartungen der Experten. Siemens baut vor dem befürchteten Abschwung auf einen Rekord-Auftragsbestand von 144 Milliarden Euro.

Unter dem Strich rechnet der Konzern weiterhin mit einem Gewinn auf 6,30 bis 7,00 (Vorjahr vergleichbar: 6,01) Euro je Aktie. Die Analysten waren zuletzt bereits skeptischer: Sie trauen dem Konzern nur 6,23 Euro je Aktie zu. Das wären aber immerhin noch mehr als fünf Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/DJ

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