Wirtschaft

Öffentlicher Dienst der Länder Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn

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Verdi-Chef Frank Bsirske fordert für die Angestellten im öffentlichen Dienst mehr Geld.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Vorstellung der Gewerkschaften sollen die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder zukünftig mehr Gehalt bekommen. Betroffen sind rund 2,3 Millionen Arbeitnehmer, darunter Lehrer, Erzieher und Polizisten.

Für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder peilen die Gewerkschaften kräftige Lohnzuwächse an. Die Arbeitnehmervertreter fordern in der anstehenden Tarifrunde sechs Prozent mehr Gehalt für die rund eine Million Angestellten, mindestens aber 200 Euro im Monat. Angesichts der Steuereinnahmen seien deutliche Einkommenserhöhungen sehr gut finanzierbar, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi Frank Bsirske.

Zuvor hatten sich die Tarifkommissionen von Verdi und dem dbb Beamtenbund auf ihren Forderungskatalog verständigt. Darin sind auch deutliche Verbesserungen für Pflegekräfte vorgesehen sowie ein monatliches Plus von 100 Euro für Auszubildende. Als Laufzeit des Tarifvertrags werden zwölf Monate angepeilt. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) beginnen am 21. Januar in Berlin.

Ingesamt geht es um 2,3 Millionen Beschäftigte, denn die angestrebte Tarifeinigung soll anschließend auf die 1,2 Millionen Beamten von Ländern und Kommunen übertragen werden sowie darüber hinaus auch auf die rund eine Million Pensionäre. Hessen ist als einziges Bundesland kein Mitglied der TdL, übernimmt aber in der Regel die vereinbarten Abschlüsse weitgehend.

"Einfach werden die Verhandlungen nicht"

Bsirske ergänzte, im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft um gut ausgebildete Fachkräfte müsse der öffentliche Dienst ein attraktiver Arbeitgeber sein. Der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach sagte, wegen der altersbedingten Abgänge und des hohen Personalbedarfs in den kommenden Jahren seien schnelle Maßnahmen nötig, um den öffentlichen Dienst zu retten. "In den Lehrerzimmern, Kliniken und Wachstuben brennt es lichterloh."

Die Richtschnur von Verdi-Chef Bsirske ist der jüngste Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Dort war im Frühjahr ein Einkommenszuwachs von insgesamt 7,5 Prozent in zweieinhalb Jahren verabredet worden. Dieses Ergebnis sei "richtungsweisend", betonte Bsirske. Er räumte allerdings auch ein: "Einfach werden die Verhandlungen nicht." Eine hundertprozentige Umsetzung der Tarifforderung würde nach seinen Berechnungen nämlich 6,4 Milliarden Euro kosten.

Bei der bisher letzten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder einigten sich die Gewerkschaften und die Arbeitgeber im Februar 2017 auf insgesamt 4,35 Prozent mehr Lohn innerhalb von zwei Jahren und dazu noch einige Nebenleistungen. Nach Streiks an Schulen und Kitas waren damals damit neue Ausstände abgewendet. Verhandlungsführer der Länder ist bei der im Januar anstehenden Tarifrunde der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz von der SPD.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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