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Bayer-Tochter Monsanto im Fokus Glyphosat-Urteil: Geschworene beraten

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Monsantos glyphosathaltiges Roundup: krebserregend oder nicht?

(Foto: REUTERS)

Ist das glyphosathaltige Spritzmittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für die Krebserkrankung eines Mannes verantwortlich? Darüber verständigen sich nun US-Geschworene. Das Urteil könnte richtungsweisend sein - und für Bayer sehr teuer.

In einem wichtigen US-Gerichtsverfahren um das Bayer-Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sind nun die Geschworenen am Zug. In dem Prozess in San Francisco geht es darum, ob das glyphosathaltige Spritzmittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto für die Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman verantwortlich ist. Am Dienstag (Ortszeit US-Westküste) hörte das Gericht abschließende Stellungnahmen der Anwälte beider Seiten, danach bat Richter Vince Chhabria die sechs Geschworenen um eine Entscheidung. Diese unterbrachen ihre Beratungen am Abend, sie wollten am Mittwochmorgen (Ortszeit) wieder zusammenkommen.

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Hardemans Anwältin Aimee Wagstaff sagte, ihr Mandant sei dem Unkrautvernichter stark ausgesetzt gewesen, er habe das Mittel in einem Zeitraum von 26 Jahren mehr als 300 Mal angewendet. "Die Dosis macht das Gift", sagte sie. "Je mehr man es anwendet, desto höher das Risiko." Sie forderte die Jury auf, alle Studien zu Glyphosat zu berücksichtigen, auch jene Untersuchungen, die an Nagetieren und Zellkulturen erstellt wurden. Sie zeigten ein erhöhtes Krebsrisiko, sagte sie. Bayer-Anwalt Brian Stekloff sagte, die Ursache für Hardemans Krankheit und für den Lymphdrüsenkrebs Non-Hodgkin Lymphom allgemein sei unbekannt. "Niemand kann die Ursache nennen", sagte er. Bei Hardeman gebe es andere Risikofaktoren wie sein hohes Alter und eine Hepatitis-Erkrankung.

Richtungsweisende Klage

Der Fall des Kaliforniers Hardeman gilt als sogenannter "Bellwether Trial" - einer von mehreren repräsentativen Fällen, die bei Produkthaftungsklagen in den USA genutzt werden, um etwa die Schadensspanne und Möglichkeiten für einen Vergleich zu bestimmen. Er könnte die Richtung für mehr als 760 weitere bei dem Gericht in San Francisco anhängige Verfahren vorgeben. Als Erfolg für Bayer war gewertet worden, dass der Richter dem Antrag des Konzerns stattgegeben hatte, das Verfahren in zwei Phasen aufzuteilen. Dadurch kann der Kläger seine Vorwürfe, Monsanto habe versucht, Behörden und die öffentliche Meinung zu manipulieren, nicht schon am Anfang des Prozesses vorbringen. Über diese sollte in einer zweiten Phase verhandelt werden.

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemie-Konzern, der den Glyphosat-Entwickler Monsanto im vergangenen Sommer für 63 Milliarden Dollar übernommen hatte, sieht sich in den USA wegen des Unkrautvernichtungsmittels mit etwa 11.200 Klägern konfrontiert. Bayer hat die Vorwürfe bestritten und verweist darauf, dass Zulassungsbehörden weltweit Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerteten. Insgesamt sind für dieses Jahr derzeit sieben Verfahren zur Verhandlung angesetzt, das nächste startet im März.

Im vergangenen Jahr hatte ein kalifornisches Geschworenengericht den Konzern zur Zahlung von 289 Millionen Dollar Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilt. Später wurde die Summe zwar auf 78 Millionen Dollar reduziert, doch Glyphosat wurde immer noch für die Krebserkrankung des Mannes verantwortlich gemacht. Die Bayer-Aktie geriet durch das Urteil massiv unter Druck.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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