Wirtschaft

Trump nominiert Warsh Gold und Silber stürzen ab

30.01.2026, 17:09 Uhr
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Gold kann auch billiger werden. (Foto: REUTERS)

Gold und Silber erleiden den heftigsten Rücksetzer seit Monaten. Auslöser für den Abverkauf ist eine Entscheidung von Donald Trump. Er will Kevin Warsh an der Spitze der US-Notenbank sehen - und dieser könnte viel orthodoxer agieren, als dem US-Präsidenten lieb ist.

Donald Trump hat mit der Nominierung von Kevin Warsh zum Chef der US-Fed zweierlei beendet: Die Ungewissheit, wer die weltweit wichtigste Notenbank künftig führen soll. Und eine rasante Rallye beim Gold und anderen Metallen.

Seit Jahresbeginn hat sich Gold um mehr als 20, Silber um gut 40 Prozent verteuert. Gleichzeitig geriet der Dollar ins Rutschen. Am gestrigen Donnerstag war das gelbe Metall auf knapp 5600 Dollar pro Feinunze gerast, bevor es um rund acht Prozent abstürzte. Mittlerweile hat sich der Preis zwar wieder etwas erholt, liegt aber weiter deutlich unter dem Rekordniveau. Silber erwischte es noch heftiger - es verlor zeitweise bis zu 17 Prozent an Wert. Auch für Kupfer und Platin ging es abwärts.

Auslöser des Kursrutsches ist die Nominierung von Warsh. Einige Investoren argumentieren, dass eine Fed unter seiner Führung eine restriktivere Geldpolitik verfolgen könnte als von Trump gewünscht. Warsh ist ein orthodoxer Ökonom, lehrt an der Elite-Universität Stanford und war von 2006 bis 2011 bereits Fed-Gouverneur. Damals setzte er sich für Zinserhöhungen ein. Deshalb wurde erwartet, dass Trump eigentlich versuchen würde, einen loyalen Gefolgsmann an der Fed-Spitze zu installieren.

Die Amtszeit des amtierenden Notenbankchefs Jerome Powell läuft im Mai aus. Trump forderte von ihm wiederholt Leitzinssenkungen - doch die unabhängige Fed widersetzte sich unter Powells Führung. Trump hatte vor der Nominierung eines Nachfolgers wiederholt betont, er wolle jemanden an der Fed-Spitze, der die Zinsen kräftig senkt und so für mehr Wirtschaftswachstum sorgt.

Die Fed sieht dagegen keinen Handlungsdruck. Die Inflation liegt weiterhin deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent, der Arbeitsmarkt ist stabil. Niedrigere Zinsen sorgen tendenziell für eine höhere Inflation.

Warsh ist als konsequenter Inflationsbekämpfer bekannt, der eher zu höheren Zinsen tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen. Doch zuletzt zeigte er sich offen für Zinssenkungen. Dennoch wird er weiterhin als jemand gesehen, der sich Trumps Wünschen nicht unbedingt unterordnen dürfte. Warsh gilt als pragmatischer Technokrat, der letztlich die Autonomie der Fed verteidigen könnte.

Die Aussicht auf weniger niedrige Zinsen als bisher erwartet, setzt Gold und Silber unter Druck. Da die Edelmetalle keine Zinsen abwirft, sinkt ihre Attraktivität gegenüber verzinsten Anlagen wie US-Staatsanleihen. Das sorgte für Gewinnmitnahmen nach einer spektakulären Rallye. Der dadurch ausgelöste Preisverfall dürfte zu Verkaufsdruck bei Investoren geführt haben, die auf steigende Kurse gewettet haben. Das führte zu einer Kettenreaktion.

Quelle: ntv.de

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