Wirtschaft

Merkel bereit zu Treffen mit Tsipras Griechenland steckt in Deflation fest

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Griechenland hat neue Reformvorschläge gemacht, Brüssel hat die bisher abgelehnt.

(Foto: dpa)

Seit acht Jahren dreht sich die Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und schrumpfender Wirtschaft in Griechenland immer weiter. Auch im Mai bleibt der Trend ungebrochen. Kanzlerin Merkel dringt auf eine schnelle Lösung der Krise.

Griechenland steckt wegen seiner Wirtschaftskrise weiter in der Deflation fest. Im Mai fielen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 2,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Elstat mitteilte. Der Rückgang beruhte hauptsächlich auf einem Minus von 6,9 Prozent bei den Häuserpreisen. Die Preise im Bildungssektor sanken um 3,1 Prozent und die Transportpreise um 2,9 Prozent. Die anhaltende Rezession im Land dämpft die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.

Bei einer Deflation handelt es sich um eine hartnäckige Abwärtsspirale mit sinkenden Preisen. Sie gilt als Gefahr für die Konjunktur, weil Konsumenten und Unternehmen in Erwartung weiter sinkender Preise Ausgaben und Investitionen hinauszögern. In Griechenland ist es nun schon das achte Jahr, in dem sich die griechische Wirtschaft auf Talfahrt befindet. Das Land hat rund ein Viertel seiner Wirtschaftskraft eingebüßt.

Zur wirtschaftlichen Lage in Griechenland und der Schuldenkrise könnte es noch im Laufe des Abends ein Spitzentreffen zwischen Kanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und dem griechischen Regierungschef Tsipras geben. Merkel sagte, "wenn der griechische Ministerpräsident mit uns sprechen möchte, werden wir das natürlich tun". Botschaft an Griechenland werde sein, dass die Gespräche mit den drei Gläubiger-Institutionen aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission fortgesetzt werden müssten. Merkel drängte dabei zur Eile: "Jeder Tag zählt".

Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Kreditgebern über die Bedingungen, zu denen in Aussicht gestellte Hilfsgelder von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen. Die EU-Kommission hatte die jüngsten Reformvorschläge zurückgewiesen und Athen vorgeworfen, diese blieben hinter schon in der vergangenen Woche getroffenen Vereinbarungen zurück. Nun wird die Zeit knapp, da das griechische Hilfsprogramm Ende Juni ausläuft.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/rts