Wirtschaft

Beschäftigungswachstum stoppt Großbritannien steuert auf Rezession zu

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Steht die britische Wirtschaft vor einer Rezession?

(Foto: picture alliance/dpa)

Inmitten der Brexit-Wirren blicken die britischen Dienstleiter pessimistisch in die Zukunft: Das Beschäftigungswachstum steht still und die Auftragslage könnte sich weiter verschlechtern.

Die britische Wirtschaft bewegt sich in Richtung Rezession, während die Ungewissheit über den Brexit zunimmt. Die Geschäfte des dominierenden Dienstleistungssektors liefen im August so schlecht wie seit über drei Jahren nicht mehr, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Der Einkaufsmanagerindex fiel überraschend deutlich um 0,8 auf 50,6 Punkte. Er liegt damit nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50, die von der Industrie bereits seit Monaten unterschritten wird.

"Nachdem sowohl die Industrie als auch das Baugewerbe im August in einem tiefen Abschwung stecken, erhöht das Fehlen eines signifikanten Wachstums im Dienstleistungssektor die Wahrscheinlichkeit, dass die britische Wirtschaft in die Rezession abrutscht", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Während der aktuelle Abschwung insgesamt nur leicht ausfalle, könne sich die Flaute mit dem beginnenden Herbst verschärfen. Sein Institut erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden dritten Quartal erneut um 0,1 Prozent schrumpfen wird.

Die Dienstleister blickten zugleich so pessimistisch nach vorn wie seit über drei Jahren nicht mehr. "Das allgemeine Beschäftigungswachstum ist inzwischen auch zum Stillstand gekommen", sagte Williamson. Viele Unternehmen befürchteten, dass sich die Auftragslage verschlechtern werde und hielten sich deshalb mit Neueinstellungen zurück. Premierminister Boris Johnson hat zuletzt eine Schlappe im Machtkampf mit den Gegnern eines No-Deal-Brexits im Parlament einstecken müssen. Abgeordnete der Opposition und Abweichler aus seiner konservativen Partei machten den Weg frei für eine Abstimmung über einen Gesetzentwurf, der eine dreimonatige Verschiebung des Brexit-Termins bis zum 31. Januar 2020 vorsieht, sollte vorher kein Brexit-Vertrag zustande kommen. Johnson drohte mit Neuwahlen, sollten die Parlamentarier für den Gesetzesentwurf stimmen.

Quelle: n-tv.de, agr/RTS/DJ

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