Wirtschaft

Auswirkung auch für Verbraucher Großhandelspreise ziehen weiter kräftig an

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Steigende Preise im Großhandel - ein Vorbote einer höheren Inflationsrate.

(Foto: picture alliance / blickwinkel/H. Blossey)

Der derzeitige Preisanstieg im Großhandel ist nicht mehr weit entfernt von den heftigen Sprüngen während der Ölkrise der 70er-Jahre. Für Verbraucher könnte sich das schon bald durch eine steigende Inflationsrate bemerkbar machen. Experten machen vor allem zwei Preistreiber aus.

Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im August so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie lagen um 12,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Oktober 1974 mit 13,2 Prozent während der ersten Ölkrise. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb erneut deutlich: Im Juli hatte die Teuerungsrate bei 11,3 und im Juni bei 10,7 Prozent gelegen.

Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden ist. "Der hohe Anstieg der Großhandelspreise im Vorjahresvergleich ist zum einen durch aktuell stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet", erklärten die Statistiker. "Zum anderen kommt ein Basiseffekt infolge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Corona-Krise zum Tragen."

Ein starker Preistreiber war den Angaben zufolge die Entwicklung bei Erzen, Metallen und Vorprodukten aus Metall: Sie verteuerten sich um 63,4 Prozent. Besonders kräftige Preisanstiege gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (+101,7 Prozent), mit Roh- und Schnittholz (+57,8 Prozent) sowie mit festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen (+35,5 Prozent). Erheblich teurer wurden im Vorjahresvergleich auch Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+19,3 Prozent).

Wegen der deutlichen Erholung der Weltkonjunktur von der Corona-Rezession steigen derzeit die Preise für viele Produkte rasant. Besonders den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China wird in diesem Jahr ein starkes Wachstum vorausgesagt, zumal dort große Konjunkturprogramme aufgelegt wurden. Das bekommen die deutschen Verbraucher auch bei den Preisen zu spüren: Die Inflationsrate liegt aktuell mit 3,9 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr.

Quelle: ntv.de, jhe/rts

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