Wirtschaft

Milliarden-Plus ist nicht genug HSBC-Gewinn enttäuscht Analysten

imago55443858h.jpg

Zumindest das eigene Management sieht die HSBC gut gerüstet für kommende Aufgaben - es geht nach oben.

(Foto: imago stock&people)

Geringere Kreditausfälle und ein erfolgreiches Sparprogramm bescheren HSBC ein dicken Gewinnzuwachs. Die Marktteilnehmer sind dennoch nicht zufrieden. Allerdings sorgt eine Ankündigung der Bank für Aufsehen.

39007491.jpg

Bislang wurden 40 000 Stellen abgebaut und so 4,1 Milliarden Dollar gespart.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die britische Großbank HSBC hat dank geringerer Kreditausfälle im ersten Halbjahr ihren Gewinn gesteigert. Der Überschuss legte um gut 20 Prozent auf 10,3 Mrd. Dollar zu, wie das Institut mitteilte. Der Vorsteuergewinn wuchs um 10 Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar. Die größte europäische Bank profitierte davon, dass sie für faule Kredite gut ein Drittel weniger abschreiben musste als vor einem Jahr. Zudem zahlte sich das harte Sparprogramm aus. Allerdings gingen die Einnahmen um 7 Prozent zurück, da HSBC im Zuge des Umbaus auch Geschäftsfelder abgebaut hat.

Analysten zeigten sich enttäuscht von den Ergebnissen. "Die Erwartungen waren nach den teils guten Zahlen der Wettbewerber hoch gesteckt", so ein Händler. Der Konsens der Analysten hatte bei 14,6 Milliarden Dollar gelegen. Diese Marke wurde deutlich verfehlt.  Die Aktie der Großbank verlor zeitweise mehr als 3 Prozent.

Für die Zukunft gut gerüstet

HSBC Holdings
HSBC Holdings 603,60

HSBC schaut trotz der negativen Reaktionen zuversichtlich in die Zukunft. Die Bank sieht sich gut aufgestellt, um von langfristigen Trends in der Weltwirtschaft zu profitieren. Grund hierfür ist auch die starke Stellung des Geldhauses in schnell wachsenden Volkswirtschaften. Problematisch könnte für die Bank daher aber auch die erwartete Verlangsamung des Wachstums werden. "Auch die Schwellenländer gehen durch Zyklen, und das trifft unsere Erträge und das Gewinnwachstum", sagte Vorstandschef Stuart Gulliver.

HSBC-Vorstandschef Gulliver trimmt die Bank seit Jahren auf sinkende Kosten und mehr Rendite. Die HSBC will sich auf Schwellenmärkte mit hohem Wachstum konzentrieren und sich aus Ländern und Geschäften zurückziehen, wo ihr die notwendige Größe fehlt.

Botschaftskonten sollen geschlossen werden

Im Zuge des Umbaus soll die Bank sich auch aus dem Geschäft mehr als 40 Botschaften und Konsulaten zurückziehen wollen und sorgt damit für Aufsehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte es einen Wirbel um die Bank gegeben, als der Verdacht aufkam, HSBC habe Geldwäsche unterstützt. Das Verfahren gegen die Bank wurde gegen die Zahlung einer Rekordstrafe von 1,92 Mrd. Dollar eingestellt. Ebenfalls verdächtigt in dem Geldwäscheskandal: Der Vatikan. Dessen Konto will die HSBC nun ebenfalls kündigen.

Quelle: n-tv.de, mkr/dpa/DJ

Mehr zum Thema