Wirtschaft

"Raum für Investitionen" HSBC kann höhere Kosten ausgleichen

ee585f521d1bcb959d916e46163ab53f.jpg

Bei HSBC sind die Einnahmen leicht gestiegen.

(Foto: REUTERS)

Die Großbank HSBC profitiert vom positiven Zinsumfeld. Zudem wirkt sich der Streit zwischen den USA und China um höhere Zölle noch nicht auf das Geschäft aus. Und so treibt das Geldhaus seine Investitionen voran - und verdient mehr.

Die britische Großbank HSBC hat im ersten Halbjahr mehr eingenommen und verdient. Das Geldhaus profitierte von besseren Geschäften im globalen Geschäft und zeigte sich mit dem Ergebnis trotz relativ deutlich gestiegener Ausgaben zufrieden. Börsenteilnehmer sind weniger begeistert.

HSBC Holdings
HSBC Holdings 654,70

Von Januar bis Juni kletterten die Einnahmen um vier Prozent auf 27,3 Milliarden US-Dollar, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Nettozinseinnahmen legten binnen Jahresfrist von 13,8 Milliarden auf 15,1 Milliarden Dollar zu. Wegen gestiegener Ausgaben sank das Vorsteuerergbnis leicht auf 12,1 Milliarden Doller. Unter dem Strich verdiente die HSBC Holdings plc knapp 7,2 Milliarden nach 7 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

"Wir liegen innerhalb unserer Erwartungen und haben daher Raum für Investitionen", sagte Bankchef John Flint. Er hatte im Juni angekündigt, 15 bis 17 Milliarden Dollar für Technologie und Wachstumsinitiativen ausgeben zu wollen. Dabei schaut die auf Asien spezialisierte HSBC vor allem auch auf das Perlflussdelta in China. Dort will sie Privatkunden und Kunden für die Vermögensverwaltung gewinnen. Geld fließt auch in die Automatisierung und Digitalisierung sowie in Back-End-Technologien - etwa eine App in Hongkong, die Zahlungen vereinfacht und beschleunigt Letztlich soll so die Eigenkapitalrendite (ROTE) bis 2020 auf mehr als 11 Prozent zu treiben. Im ersten Halbjahr lag sie bei 9,7 Prozent.

Rückschlag in den USA

Mit Blick auf den sich verschärfenden Handelsstreit zwischen den USA und China sagte Flint: "Wir sehen keine Veränderungen im Kundenverhalten - noch nicht." Der Konflikt könnte die Lieferketten der Kunden in Asien stören, da die Exporteure versuchen, Zölle zu vermeiden. HSBC ist eine der weltweit größten Handelsfinanzierungsbanken, die Exporteuren in Asien und anderen Teilen der Welt hilft, Waren in die USA und andere Länder zu bringen.

Einen weiteren Rückschlag verbuchte die Bank dagegen in den USA. Für die Beilegung von Ansprüchen wegen des Verkaufs toxischer US-Hypothekenpapiere in der Finanzkrise sei eine Rückstellung in Höhe von 765 Millionen Dollar gebildet worden. Dies habe fast den gesamten in Nordamerika erzielten Gewinn gekostet.

Richard Hunter vom Online-Broker Interactive Investor verweist auf vermehrte Sorgen, die nicht spezifisch für HSBC seien - trotz positiver Ergebnisse. Dazu gehören anhaltende Regulierungskosten, Unsicherheiten bei den Brexit-Verhandlungen und eskalierende Handelsspannungen zwischen den USA und China, die "eindeutig negative Auswirkungen auf die Bank haben könnten". Dennoch stellt er fest, dass HSBC extrem Bargeld generieren kann, was Reinvestitionen ermögliche. Die Ergebnisse zeigten eine "robuste" Bilanz, Stärke im Vermögensverwaltungsgeschäft in Hongkong und Fortschritte auf dem britischen Hypothekenmarkt.

Quelle: n-tv.de, wne/jwu/DJ/rts

Mehr zum Thema