Wirtschaft

Erst Bangladesh - nun Vietnam? Hacker attackieren Geschäftsbank

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(Foto: picture alliance / dpa)

Cyber-Kriminelle richten ihren Fokus zunehmen auf Banken. Erneut greifen sie ein Finanzinstitut an. Bislang ist der Schaden unklar. Erst kürzlich hatte lediglich Tippfehler die Milliarden-Raub verhindert.

Nach dem spektakulären Cyber-Bankraub bei der Zentralbank Bangladeschs ist ein weiteres Geldhaus Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Diesmal traf es eine Geschäftsbank, wie das internationale Zahlungsverkehrssystem Swift bestätigte, ohne das Institut zu nennen. Unklar blieb bei der erneuten Attacke zudem, ob es den Angreifern auch in diesem Fall gelang, Gelder zu stehlen. Die jüngsten Attacken haben die Finanzwelt weltweit aufgeschreckt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verstärkt inzwischen ihre Anstrengungen zur Abwehr solcher Angriffe. Sie will im Zusammenarbeit mit großen Geldhäusern der Eurozone ein Frühwarnsystem aufbauen, um die Ausbreitung von Cyber-Attacken zu verhindern.

Während Swift den Namen der Bank nicht preisgab, veröffentlichte die auf Abwehr von Cyber-Attacken spezialisierte Firma BAE Systems einen Bericht, in dem von einem Angriff auf ein vietnamesisches Geldhaus die Rede ist. Ob es sich um das selbe Institut handelt, konnte nicht geklärt werden. Bei den zuständigen Behörden in Hanoi war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Teil einer weltweiten Kampagne

Swift erklärte, der zweite Fall zeige nach Einschätzung von Kriminalexperten, dass der Bankraub von Bangladesch kein Einzelfall gewesen sei. Er sei Teil einer weit angelegten und stark anpassungsfähigen Kampagne, die auf Banken abziele.

Cyber-Diebe hatten Anfang Februar von der Notenbank Bangladeschs 81 Millionen Dollar erbeutet. Abgesehen hatten sie es auf rund eine Milliarde Dollar. Dass sie damit nicht erfolgreich waren, lag an einem Tippfehler in einer Überweisung, der eine Bank misstrauisch werden ließ. Sowohl im Fall der Zentralbank Bangladeschs als auch bei der Geschäftsbank verschafften sich Swift zufolge die Kriminellen Zugang zu den Computersystemen, ergatterten Nutzerdaten und verschickten betrügerische Nachrichten über das Abwicklungssystem, die in Zusammenhang mit dem Transfer von Geld standen.

Swift (Society of Worldwide Interbank Financial Telecommunication) mit Sitz in Brüssel ist eine internationale Kooperative von 3000 Instituten. Das Netzwerk ist ein Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems. Es soll dafür sorgen, dass Zahlungsvorgänge sicher und reibungslos über die Bühne gehen. Swift wird von rund 11.000 Instituten weltweit genutzt.

EZB alarmiert

Experten zufolge haben Hacker inzwischen verstärkt große Ziele im Visier, weil dort im Verhältnis zum Aufwand eine wesentlich höhere Beute möglich ist als bei Cyber-Angriffen auf Privatleute oder kleinere Firmen. Bereits im vergangenen Monat hatte Swift eingeräumt, dass es mehrere Vorfälle gegeben habe, bei denen betrügerische Nachrichten gesendet wurden. Die Angriffe zwingen die Finanzwelt zum Handeln.

So arbeitet die EZB zur Zeit daran, zusammen großen Geldhäusern im Euroraum eine Datenbank für Cyber-Vorfälle aufzubauen. Sie soll als Frühwarn- und Analysesystem dienen und so die Zentralbank in die Lage versetzen, Muster zu erkennen und andere Institute vor aufkommenden Gefahren zu warnen. Ein Pilotprojekt für das System läuft bereits seit Februar.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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