Wirtschaft

Systeme vom Netz genommen Hacker attackieren Rosneft Deutschland

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Bislang gibt es offenbar keine Auswirkungen auf die Versorgungslage.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Ein Cyber-Angriff trifft die deutsche Tochter des russischen Energiekonzerns Rosneft. Die Attacke steht offenbar im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Dahinter soll die Hackergruppe Anonymous stecken, die vor Kurzem auch russische Medien ins Visier genommen hat.

Die Deutschland-Tochter des russischen Energiekonzerns Rosneft ist Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Laut Medienberichten steckt hinter der Attacke die Hackergruppe Anonymous, die sich aufgrund der russischen Invasion auf die Seite der Ukraine geschlagen habe. Das Kollektiv soll eigenen Angaben zufolge 20 Terabyte Daten erbeutet haben. In der Nacht zum Samstag habe das Unternehmen einen IT-Sicherheitsvorfall gemeldet, zitiert die "Welt" das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das BSI habe Unterstützung bei der Analyse und Behebung angeboten, und beide Seiten seien im stetigen Austausch.

Die Behörde habe zudem eine Cyber-Sicherheitswarnung an andere Beteiligte der Mineralölwirtschaft herausgegeben. Bislang gebe es aber keine Auswirkungen auf die Versorgungslage. Laut "Spiegel" hat die Staatsanwaltschaft Berlin bereits ein Verfahren eingeleitet und das Bundeskriminalamt (BKA) mit den weiteren Ermittlungen beauftragt.

Da Rosneft als wichtiger Energielieferant zu den Einrichtungen der sogenannten "Kritischen Infrastruktur" zählt, ist es zur Meldung eines solchen Falles an das BSI gesetzlich verpflichtet. Aus Sicherheitsgründen soll Rosneft seine Systeme vorerst vom Netz genommen haben - der Betrieb der Pipelines und der Raffinerien soll dadurch aber nicht eingeschränkt sein. Dennoch sollen den Medienberichten zufolge verschiedene Abläufe gestört sein, dazu gehöre etwa die Möglichkeit, Verträge abzuschließen.

Rosneft Deutschland war nach eigenen Angaben in den letzten Jahren für rund ein Viertel aller Rohölimporte nach Deutschland zuständig - und ist hierzulande an drei Raffinerien beteiligt. Geschäftsführer des russischen Mutterkonzerns ist Igor Setschin, ehemals stellvertretender Chef der Administration des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Aufsichtsratsvorsitzender ist Altbundeskanzler Gerhard Schröder.

Die Hackergruppe Anonymous hatte Ende Februar bereits Cyberattacken auf russische Medien-Portale verübt. Auf den Websites der staatlichen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Nowosti, der Zeitung "Kommersant", der Kreml-freundlichen Tageszeitung "Iswestja" und des Magazins "Forbes Russia" war für einige Minuten eine Botschaft zu lesen, in der ein Ende der russischen Invasion in der Ukraine gefordert wurde.

Quelle: ntv.de, chf

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