Wirtschaft

Viele Aufträge, kein Material Handwerkern gehen die Rohstoffe aus

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Unter anderem Bauholz ist derzeit knapp und teuer.

(Foto: imago images/Rupert Oberhäuser)

Wer einen Handwerker beauftragt, muss sich auf steigende Preise gefasst machen. Der Grund: Bei wichtigen Materialien gibt es Lieferengpässe. Betroffen sind Elektronikkomponenten, aber auch Holz und Kunststoffe. Das hat nicht nur für Kunden Folgen, sondern auch für die Mitarbeiter.

Die Rohstoffknappheit droht den Aufschwung im Handwerk zu gefährden - und die Kunden bekommen die Engpässe zunehmend zu spüren: Aufträge müssen storniert oder verschoben werden. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sprach von einer "noch nie da gewesenen" Materialknappheit bei gleichzeitiger Preisexplosion. "Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft und zugespitzt", sagte Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur. Mit Problemen bei der Materialbeschaffung kämpften inzwischen deutlich mehr als die Hälfte der befragten Betriebe, im Januar sei es noch gut ein Drittel gewesen.

Wollseifer bezog sich auf eine neue Umfrage unter Handwerksbetrieben. Die Preise für Holz und andere Baustoffe sind auf dem Weltmarkt unter anderem wegen der großen Nachfrage aus China und den USA stark gestiegen. Unter den Betrieben mit Beeinträchtigungen in der eigenen Lieferkette berichteten laut Umfrage 84 Prozent davon, dass Aufträge storniert oder verschoben werden müssten, weil Material fehle. 61 Prozent der von Lieferengpässen betroffenen Firmen meldeten, dass es durch die Preissprünge unwirtschaftlich werde, bestehende Aufträge zu erfüllen.

Am häufigsten fehlen laut Umfrage in Betrieben aktuell Metalle, daneben gebe es Engpässe bei Holz sowie bei Kunststoffen und Elektronikkomponenten. Die Lage werfe sämtliche Kalkulationen über den Haufen und bringe zahlreiche Betriebe in die "völlig paradoxe Lage", bei vollen Auftragsbüchern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen, sagte Wollseifer. "Das ist nicht nur für die am stärksten betroffenen Bau- und Ausbaugewerke dramatisch, sondern für unsere Wirtschaft insgesamt." Genau diese Gewerke seien der Konjunkturstabilisator während der Pandemie gewesen.

Trotz allem wächst die Zuversicht

"Sollte sich dieser Konjunkturanker lösen, dann dürften nicht nur die Bau- und Ausbaugewerke in schweres Wasser geraten, sondern der gesamte wirtschaftliche Aufholprozess im zweiten Halbjahr ist gefährdet", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). "Und was anstehende Zukunftsvorhaben etwa beim Wohnungsbau, im Energie- und Netz- sowie Breitband- und Glasfaserausbau betrifft, werden die erst einmal auf Eis liegen und zum Stillstand kommen. Hier ist Abhilfe also dringend geboten."

Wollseifer sagte, generell zeige die Umfrage, dass die Zuversicht im Handwerk spürbar zunehme und damit auch die Aussicht auf eine bessere zweite Jahreshälfte. "Allerdings tragen viele Betriebe noch schwer an den Einschränkungen und Belastungen aus den vergangenen Lockdown-Monaten und werden die verlorenen Umsätze in den kommenden Monaten wohl kaum aufholen können." Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für besonders von der Pandemie betroffene Betriebe müssten über den Sommer hinaus fortgeführt werden und zielgenau an die Gegebenheiten angepasst werden.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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