Wirtschaft

Nach Tomaten-Desaster Harvard wettet Millionen auf Mandeln

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Die Elite-Universität Harvard schwimmt im Geld - und will nun Tausende Mandelbäume pflanzen.

(Foto: Reuters)

Mit einem Vermögen von 37 Milliarden Dollar ist die US-Elite-Universität Harvard die wohlhabendste Hochschule der Welt. Um ihren Wohlstand zu vergrößern, investiert sie nun in Mandel-Plantagen. Dabei hat die Uni schon mit Tomaten Millionen verzockt.

Mandeln sind gesund. Sie sollen nicht nur gut für das Herz sein. Sie machen auch schlank, heißt es in einer Studie der US-Elite-Universität Harvard. Doch nicht nur die Wissenschaftler der Universität scheinen von der Schalenfrucht begeistert zu sein. Auch ihre Geldmanager sehen in Mandeln großes Potential und haben Millionen in eine Plantage in Australien gesteckt, berichtet das "Wall Street Journal".

In New South Wales lässt die Harvard-Stiftung auf einer Fläche so groß wie 850 Fußballfelder Tausende Mandelbäume pflanzen. In drei Jahren sollen hier die ersten Kerne geerntet werden. Nicht weit weg, in Hillston, besitzt die Uni bereits ein ähnlich großes Mandelfeld.

Mit ihren Investitionen betreibt die Uni nicht etwa ein Forschungsprojekt. Sie will damit Geld verdienen. Schließlich erlebt die Mandel-Produktion seit Jahren einen regelrechten Boom. Von Jahr zu Jahr steigt die weltweite Nachfrage - zwischen 2012 und 2017 um 15 Prozent. Viele Verbraucher folgen dem Trend, gesundheitsbewusster zu leben. Das nutzt die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie und verkauft die Mandel als Allheilmittel. So steckt sie unter anderem in Milch, Öl, veganem Käse und in Handcremes.

Uni verbrennt Millionen mit Tomaten-Wette

Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, hat sich die Anbaufläche in den vergangenen Jahren global mehr als verdoppelt. Ein Großteil der Felder gehört nicht gewöhnlichen Landwirten, sondern Hedgefonds und Investmentfirmen. Für Pensionskassen und Einrichtungen wie die Harvard-Stiftung, die vor allem längerfristig investieren wollen, sind Mandeln eine lukrative Anlage.

Geld hat Harvard eigentlich genug: Die Stiftung der Universität sitzt auf 37 Milliarden Dollar. Keine andere Hochschule der Welt ist reicher. Wie andere Unis in den USA investiert auch Harvard in Aktien, Hedgefonds und Unternehmen, um ihr Vermögen noch weiter zu steigern. Die Investmentstrategen der Stiftung haben in den vergangenen Jahren Millionen Dollar vor allem in Agrarprodukte wie Wein, Zucker, Eukalyptus und Tomaten gesteckt. Doch das dürften sie inzwischen bereuen.

Laut "Bloomberg" hat die Stiftung durch Investitionen in Agrarrohstoffe vergangenes Jahr 1,1 Milliarden Dollar verloren. Besonders viel Geld hat sie mit einer Wette auf Tomaten verbrannt. Experten hatten noch vor zu hohen Risiken gewarnt. Doch die Anlagestrategen steckten allen Warnungen zum Trotz 150 Millionen Dollar in eine Farm in Brasilien - und verzockten sich. Inzwischen ist Harvard wieder aus dem Tomaten-Desaster ausgestiegen.

Durch die Fehlinvestitionen holen andere US-Hochschulen deutlich höhere Renditen als die Harvard-Stiftung: Yale ist im vergangenen Jahr auf einen Ertrag von 6,6 Prozent gekommen, das MIT (Massachusetts Institute of Technology) sogar auf 7,6 Prozent. Harvard schaffte nur eine Rendite von 4,4 Prozent. Vielleicht hat die Universität mit Mandeln nun mehr Glück.

Quelle: ntv.de, tje