Wirtschaft

Haushaltslöcher werden größerDefizit steigt kräftig: Deutscher Staat 2025 tiefer im Minus

25.02.2026, 08:08 Uhr
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Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen rund zwei Drittel des Fehlbetrags auf den Bund. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein vergleichsweise kräftiges Wachstum im Schlussquartal hat der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr das erste Plus seit 2022 beschert. Allerdings sind die Löcher im Staatshaushalt 2025 größer als zunächst angenommen.

Das deutsche Staatsdefizit ist im vergangenen Jahr entgegen einer früheren Schätzung doch größer geworden. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um 119,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine erste Schätzung von Mitte Januar hatte noch 107 Milliarden Euro ergeben.

2024 lag das Finanzierungsdefizit bei 115,3 Milliarden Euro. Die Summe entspricht erneut einem Defizit von 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor, die von Ländern wie Frankreich seit Jahren gerissen wird.

Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen rund zwei Drittel des Fehlbetrags auf den Bund. Dessen Minus stieg im Vergleich zu 2024 um 18,6 Milliarden Euro. Bei den Gemeinden gab es einen Defizitzuwachs von 7,1 Milliarden Euro auf 28,1 Milliarden Euro.

Dagegen konnten die Länder ihr Minus auf 9,8 Milliarden Euro mehr als halbieren (2024: -21,6 Milliarden Euro). Die Sozialversicherung wies ebenfalls einen Rückgang auf nun 1,7 Milliarden Euro auf (2024: -11,8 Milliarden Euro).

Die Einnahmen des Staates summierten sich im vergangenen Jahr auf 2140,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 5,7 Prozent. "Verantwortlich hierfür war insbesondere der Anstieg der Sozialbeiträge", hieß es. Diese legten um 8,9 Prozent zu. Die Steuereinnahmen wuchsen um 3,5 Prozent auf 1031,5 Milliarden Euro.

Die Ausgaben des Staates erhöhten sich um 5,6 Prozent oder 119,6 Milliarden Euro auf 2259,3 Milliarden Euro, die damit stärker zulegten als die Einnahmen. Die Zinsausgaben lagen um 8,1 Prozent höher. Die monetären Sozialleistungen stiegen um 5,6 Prozent. "Dies resultierte in erster Linie aus höheren Ausgaben für Renten und Pensionen, auch wurde mehr für das Pflegegeld und für das Arbeitslosengeld ausgegeben", so das Statistikamt.

Für dieses Jahr rechnen die meisten Fachleute mit einer steigenden Neuverschuldung in Deutschland. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa sagt ein Defizit von 3,5 Prozent voraus, das 2027 sogar auf 4,0 Prozent steigen soll. "Investitionen und Vorleistungskäufe erhalten erstmals spürbare Impulse aus dem neuen Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie erneut aus steigenden Verteidigungsausgaben", erklärte das IfW.

Quelle: ntv.de, gut/rts/dpa

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