Wirtschaft

Landwirte und Händler einig Heimische Erzeuger sollen stärker profitieren

32694041.jpg

Für heimische Lebensmittel soll es eine einheitliche Kennzeichnung zur Herkunft geben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest haben viele Landwirte mit Einbußen zu kämpfen. Von den Einzelhandelsketten fordern sie deshalb seit Wochen Unterstützung. Nun haben sich beide Seiten auf Verbesserungen für heimische Erzeuger geeinigt.

Landwirte und Lebensmittelhändler in Deutschland haben sich auf Verbesserungen in ihren Lieferbeziehungen geeinigt: Wie die Initiative "Land schafft Verbindung" mitteilte, vereinbarte sie am vergangenen Freitag mit Vertretern von Aldi, Lidl, Kaufland, Edeka und Rewe sowie des Handelsverbands Lebensmittel die Stärkung heimischer Erzeuger, die "so schnell wie möglich umgesetzt" werden sollen. Darunter ist demnach etwa eine einheitliche Herkunftskennzeichnung für heimische Lebensmittel.

Vorgesehen ist weiterhin eine neutrale Ombudsstelle, die Konflikte zwischen Handel und Landwirtschaft beilegen soll. Zudem hätten die Handelsunternehmen zugesagt, "im Rahmen ihrer Werbeaktivitäten die Leistungen der deutschen Landwirtschaft stärker herauszuarbeiten".

Für Milchbauern und Schweinebetriebe sollen in zwei eigenen Arbeitsgruppen "strukturelle Lösungen" für höhere landwirtschaftliche Erlöse bei höheren Anforderungen erarbeitet werden. Die Händler wollen sich laut "Land schafft Verbindung" an einem befristeten Hilfsfonds für die Landwirte zur Abmilderung von Einkommenseinbußen wegen der Corona-Pandemie und der Afrikanischen Schweinepest beteiligen. "Land schafft Verbindung" wolle mit Politik und Lebensmittelverarbeitern über eine Beteiligung sprechen und beraten, "wie ein solcher Fonds rechtssicher eingerichtet sowie effektiv und zielgerichtet ausgestaltet werden kann".

Vergangene Woche hatten Lidl und der Handelskonzern Rewe mit den Supermarktketten Rewe und Penny die Preise für Schweinefleischprodukte erhöht. Damit reagierten sie auf anhaltende Proteste der Landwirte, die sich in Existenznot sahen und über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren der Einzelhandelsketten klagten. Zuvor hatte Lidl bereits angekündigt, 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte über die Initiative Tierwohl auszuzahlen.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.