Wirtschaft

Prozess um Influencer-Marketing Hummels verteidigt sich "als Frauenzeitschrift"

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Notfalls wollen Hummels und ihr Anwalt "bis zum Bundesgerichtshof" gehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Großer Andrang vor dem Landgericht München: Instagram-Star Cathy Hummels wird wegen angeblicher Schleichwerbung der Prozess gemacht. Doch die Fußballer-Ehefrau kann mit ihren Argumenten bei der Richterin offenbar punkten.

Mit dem ersten Prozesstag kann Cathy Hummels wohl zufrieden sein. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", wiederholt der Instagram-Star nach dem Prozessauftakt am Landgericht München seine kämpferische Haltung. Dort wird die Klage des Verbands Sozialer Wettbewerb verhandelt, der Hummels Schleichwerbung vorwirft und deswegen in der Vergangenheit gleich 15 Mal abgemahnt hatte. 14 Mal davon wies das als Ehefrau des Fußballers Mats Hummels bekannte Model die Schreiben des oft als Abmahnverein kritisierten Verbandes zurück. Stattdessen kündigte ihr Anwalt an, die Sache notfalls "bis zum Bundesgerichtshof" durchzufechten.

In München treffen sich beide Seiten nun zur ersten Runde in diesem möglicherweise langen juristischen Streit. Mehrere Dutzend Fotografen und Kameraleute belagern den Eingang des Gerichtsgebäudes und den Saal, in dem Hummels persönlich als "Beklagte" erscheint. Keineswegs nur Klatschreporter warten mit Spannung auf dessen Ausgang. Denn Hummels' Geschäftsmodell, das Influencer-Marketing, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Millionenbranche entwickelt. Vom Mode-Startup bis zum Dax-Konzern spannen inzwischen fast alle Werbetreibenden Stars und deren Auftritte in den Sozialen Medien für ihr Marketing ein. Die Regeln dafür sind allerdings unklar.

Der Kläger behauptet, dass Influencer wie Hummels Instagram-Posts immer als Werbung kennzeichnen müssten, wenn sie Markennamen etwa von Kleidungsstücken nennen - sogar wenn sie dafür gar nicht bezahlt würden. Denn auch diese Botschaften seien Teil ihres Geschäfts. Viele Influencer praktizieren dies aus Angst vor Abmahnungen inzwischen so.

Urteil Ende April

Doch Hummels argumentiert, sie sehe sich als "Frauenzeitschrift". Bei denen sei es auch üblich, dass Hersteller und Händler von abgebildeten Produkten genannt würden. Sie wolle ihren Followern einen solchen Service bieten, wie die Magazine ihren Leserinnen. Lasse sie die Hinweise mal weg, erklärt Hummels, würden ihre Fans sofort nachfragen.

Dabei sieht es nach einem Vorteil für Hummels aus. Richterin Monika Rhein lässt durchblicken, dass sie zumindest Zweifel hat an der Argumentation der selbsternannten Wettbewerbshüter. Sie kann auch nicht erkennen, dass bei den Followern generell die Gefahr bestünde, sie könnten die Posts auf Hummels' offensichtlich kommerziellem Instagram-Account für private Botschaften halten. "Dass Frau Hummels - bei aller Liebe - nicht mit 465.000 Menschen auf der Welt befreundet sein kann, ist ziemlich klar." Ihr Urteil will Richterin Rhein Ende April verkünden.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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