Wirtschaft

"Alles Unsinn, Unfug, Kokolores"IG Metall: Aus von VW Werken nicht beschlossen

02.09.2026, 14:12 Uhr
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Die Landesregierung von Sachsen will um das VW-Werk in Zwickau kämpfen. (Foto: picture alliance/dpa)

In einem Bericht heißt es, der VW-Vorstand habe sich zur Schließung mehrerer VW-Werke entschieden. Die IG Metall widerspricht dem energisch. Auch Sachsens Ministerpräsident Kretschmer glaubt nicht an eine beschlossene Sache.

Die Gewerkschaft IG Metall hat einen Medienbericht, wonach der VW-Vorstand das Aus von vier Werken in Deutschland bereits beschlossen hat, scharf zurückgewiesen. "Alles Unsinn, Unfug, Kokolores", erklärte die Gewerkschaft. Für derartige Entscheidungen brauche es stets die Zustimmung des Aufsichtsrats.

Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor berichtet, der VW-Konzernvorstand plane, die Produktion in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ab 2031 wegen fehlender neuer Aufträge enden zu lassen. Nur falls es die Werke schafften, ihre Fabrikkosten bis Ende Juni 2027 auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken, würde eine weitere Belegung zumindest geprüft, berichtete die Zeitung unter Verweis auf ein Papier des Vorstands, das mit Blick auf eine Sitzung des Aufsichtsrates am Freitag vorbereitet und beschlossen worden sei. Für das "Leerlaufen" der Produktionen brauche es keine Zustimmung des Aufsichtsrates.

Dem widerspricht die IG Metall vehement: Der Vorstand könne das Schließen von Werken nicht am Aufsichtsrat vorbei durchsetzen. "Was derzeit aus dem Umfeld von Volkswagen zu vernehmen und in den Medien zu lesen ist, lässt zumindest den Schluss zu, dass der Vorstand weitreichende strukturelle Veränderungen vorbereitet", erklärte der IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Bei strategischen Weichenstellung dieser Größenordnung führe an den Kontroll- und Zustimmungsrechten des Aufsichtsrats aber "kein Weg vorbei".

Gröger warf dem Konzernvorstand vor, "neue Eskalationsszenarien über die Medien zu kommunizieren und damit Beschäftigte, Standorte und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu verunsichern". Derzeit entstehe der Eindruck, dass die Chefetage zunehmend den Konflikt suche. "Wir wollen ihn ausdrücklich nicht. Aber wir werden keine Maßnahmen akzeptieren, die kurzfristige Entlastungen bedeuten und am Ende zur Abrissbirne für ganze Werke werden", sagte der Gewerkschafter.

Volkswagen steckt wie auch die anderen deutschen Autobauer in der Krise. Konzernchef Oliver Blume hat deshalb weitere Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen und Werksschließungen in den Raum gestellt. Genannt werden immer wieder die Standorte in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm, für die Anfang der 2030er Jahre die Belegungen auslaufen.

Kretschmer: Keine Entscheidung am Freitag

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer appellierte, "die Nerven zu behalten". "Auch am Freitag wird es dazu keine Entscheidung geben", sagte der CDU-Politiker in einem Videostatement auf Facebook. Mit Blick auf die betroffene E-Auto-Fabrik in Zwickau ergänzte er: "Wir haben bei uns in Zwickau-Mosel die Argumente voll auf unserer Seite. Wir sind das effizienteste Werk."

Die jüngsten Nachrichten bezeichnete er als "ganz bedrückende Gerüchte". "Es ist noch nicht der Punkt, an dem entschieden wird, wie es wirklich mit Volkswagen weitergeht", versicherte Kretschmer. Er hatte sich vorige Woche zu einem Gespräch mit Konzernchef Oliver Blume und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in Dresden getroffen.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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