Wirtschaft

"Letzter" Versuch mit VW-Konzern IG-Metall-Chef: Diess' Ausbrüche müssen enden

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Nach dem jüngsten Kompromiss darf Diess an der Konzernspitze bleiben, soll aber in Zukunft vor allem strategisch arbeiten und sich aus dem operativen Geschäft ein Stück weit zurückziehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

VW-Konzernchef Diess und der mächtige VW-Betriebsrat streiten sich seit Monaten. Das von der IG Metall dominierte Gremium trägt zwar einen kürzlichen Kompromiss mit, nach dem Diess bleiben darf. Ein Interview mit IG-Metall-Chef Hofmann legt aber nahe, dass längst kein Frieden eingekehrt ist.

Im Machtkampf um die Führung von Volkswagen will die IG Metall keine weiteren Provokationen von Konzernchef Herbert Diess mehr hinnehmen. "Das ist jetzt noch mal ein letzter Versuch der Zusammenarbeit", sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Jörg Hofmann, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). "Wir tun das in der Hoffnung, dass seine erratischen Ausbrüche ein Ende finden."

Wenn nicht, werde man sich dem Thema neu stellen müssen, sagte Hofmann weiter. "Ich mache mir da keine Illusionen."

Vor gut einer Woche hatte der VW-Aufsichtsrat einen Kompromiss geschlossen: Diess bleibt trotz seines heftigen Streits mit der Arbeitnehmerseite an der Spitze des Konzerns, muss aber Macht abgeben und sich fortan auf strategische Themen konzentrieren, vor allem auf die Software. "Wenn Herbert Diess das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender nach vorne entwickeln will, muss er sich da beweisen", sagte Hofmann der FAZ.

"Das macht man nicht über Twitter oder Linkedin"

Diess' strategische Kompetenz sei unumstritten. Das allein sei aber nicht genug für einen Vorstandsvorsitzenden, sagte Hofmann: "In meinem Verständnis gehört dazu auch eine Fähigkeit, die Mannschaft zu begeistern. Das macht man nicht über Twitter oder Linkedin, sondern durch gute und verbindliche Kommunikation."

Teil des Kompromisses ist eine Neuordnung der Führungsebene, wodurch der Vorstand von VW anwächst. Dadurch werde das Gremium größer, als es für eine effiziente Arbeit gut sei, sagte Hofmann der Zeitung. "Das sollte nicht dauerhaft so bleiben."

Die neue Konstellation habe aber ihre Gründe: "Es geht dabei auch um die Nachwuchsplanung", sagte Hofmann. Unter anderem steigt der derzeitige Chef der Kernmarke VW, Ralf Brandstätter, in den Vorstand auf und übernimmt dort das Chinageschäft von Diess. Sein designierter Nachfolger Thomas Schäfer soll ebenfalls in den Vorstand berufen werden.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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