Wirtschaft

Friedenspflicht ausgelaufen IG Metall beginnt Warnstreik-Serie

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Bombardier-Mitarbeiter vor dem Tor eines Werks im brandenburgischen Hennigsdorf.

(Foto: picture alliance / Bernd Settnik)

Weil die Arbeitgeber ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und befristeter Teilzeit ablehnen, geht die IG Metall in Warnstreiks. NRW und Bayern machen den Anfang, im Laufe der Woche sollen die Streiks ausgeweitet werden.

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall mit Warnstreiks begonnen. In Nordrhein-Westfalen trat der IG Metall zufolge zunächst die Nachtschicht in einem Werk des Automobil-Zulieferers Kirchoff in den Ausstand. "Die gesamte Schicht hat sich beteiligt, es war ein guter Auftakt", sagte eine Vertreterin der Gewerkschaft. Auch im bayerischen Aschaffenburg legten laut Gewerkschaft schon in der Nacht Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Warnstreiks seien in allen Bezirken geplant.

Die IG Metall fordert im Tarifstreit neben sechs Prozent mehr Lohn vor allem die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitverkürzung auf 28 Stunden wöchentlich. Für bestimmte Beschäftigte wie Schichtarbeiter, Eltern oder pflegende Angehörige soll es dabei einen teilweisen Lohnausgleich geben.

Die Arbeitgeber lehnen das strikt ab und bieten bisher zwei Prozent an. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat die Forderungen der IG Metall als rechtswidrig bezeichnet. Möglich sind die Warnstreiks, weil zum Jahreswechsel die Friedenspflicht in der Branche mit ihren etwa 3,9 Millionen Beschäftigten ausgelaufen war. Die Verhandlungen gehen am Donnerstag in Baden-Württemberg weiter. In anderen Bundesländern treffen sich die Tarifparteien ab dem 15. Januar. Die Gewerkschaft will die Warnstreiks im Laufe der Woche massiv ausweiten.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa/rts

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