Wirtschaft

Staatsverschuldung erhöht sich IWF: Corona kostet Billionen Dollar pro Jahr

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Der Internationale Währungsfonds fordert nach dem Ende der Krise Fortschritte bei der Schuldentragfähigkeit

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronavirus-Pandemie führt, laut Internationalem Währungsfonds, in fast allen Ländern der Erde zu einer schneller ansteigenden Verschuldung. Schwellen- und Entwicklungsländer sind besonders stark betroffen. Aber auch zahlreiche Industriestaaten müssen mit einer erhöhten Schuldenquote rechnen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet wegen der immensen Folgen der Coronavirus-Pandemie mit einer massiv steigenden Verschuldung rund um den Globus. Die genaue Höhe werde vor allem von der Dauer der Krise abhängen, teilte der IWF mit. Wichtig sei auch, wie schnell und stark sich die Wirtschaft erholen werde, sobald sich die gesundheitliche Lage stabilisiere.

Aktuell schätzt der IWF die direkten finanziellen Auswirkungen auf 3,3 Billionen Dollar pro Jahr - für höhere Ausgaben im Gesundheitssystem sowie Hilfen für Unternehmen und private Haushalte. Weitere Billionen kämen für Kredite und Bürgschaften hinzu. Sobald die Erholung komme, müsse es Fortschritte bei der Schuldentragfähigkeit geben, ergänzte der IWF.

Verschlechterte Finanzkennziffern dürfte es in fast allen Ländern geben. 2019 summierten sich die Staatsschulden auf 83 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dieser Wert dürfte laut IWF 2020 auf 96,4 Prozent ansteigen. Besonders schwierig dürfte die Lage vor allem für Schwellen- und Entwicklungsländer werden. Große Sprünge erwartet der IWF aber auch für die USA auf gut 131 Prozent 2020, Italien auf 155,5 Prozent und Spanien auf über 113 Prozent.

15 Prozent Anstieg auch in Deutschland

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte zuletzt bereits gesagt, die Schuldenquote in Deutschland werde durch die Hilfspakete auf rund 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern. Momentan liegt das Verhältnis bei knapp 60 Prozent. Hinzu kommt dann noch das angedachte Konjunkturpaket nach der Krise.

Besonders hohe Haushaltsdefizite erwartet der IWF in den USA und China mit 15,4 beziehungsweise 11,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Europa werden Italien und Spanien, die von der Pandemie besonders stark getroffen sind, deutlich höhere Defizite anhäufen als etwa Deutschland.

Quelle: ntv.de, jru/rts