Wirtschaft

Währungsfonds für Erleichterungen IWF: Griechische Schulden "unhaltbar"

Das dürfte den Euroländern nicht gefallen: Griechenland braucht wohl eine deutlich größere Schuldenerleichterung als geplant. Das geht aus einem Bericht des Internationalen Währungsfonds hervor.

Eigentlich sollte das nun anvisierte dritte Hilfsprogramm die Rettung für Griechenland bedeuten. Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist der Erfolg allerdings ziemlich fraglich. Aktuelle  Berechnungen  der Organisation ergeben, dass der griechische Schuldenberg künftig noch einmal drastisch wachsen könnte.

Bis Ende 2018 sei mit einem Schuldenstand von fast 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu rechnen, heißt es in einer dreiseitigen IWF-Unterlage, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Die griechischen Schulden sind in höchstem Maße unhaltbar geworden", so die aktualisierte Version der vor knapp zwei Wochen veröffentlichten IWF-Analyse zur Schuldentragfähigkeit.

Der IWF fordert von den Euro-Staaten deshalb weitere Zugeständnisse. Die dramatische Verschlechterung der Schuldentragfähigkeit mache es notwendig, höhere Schuldenerleichterungen zu gewähren. Erleichterungen, "die deutlich über das hinausgehen, was bisher in Erwägung gezogen", heißt es in dem Papier.

Die Länder hatten einen Schuldenerlass ausgeschlossen

Griechenland und die anderen Euro-Länder hatten sich am Montag auf die Umrisse eines weiteren Hilfspakets im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro geeinigt. Das sind rund 25 Milliarden Euro mehr als der IWF zuletzt noch angenommen hatte. Darin war für 2022 von einer Schuldenstandsquote von 142 Prozent die Rede, nun rechnet der IWF mit 170 Prozent des BIP.

Die Euro-Länder hatten einen Schuldenerlass ausgeschlossen, wollen aber über eine weitere Verlängerung der Kreditlaufzeiten sprechen. Dem IWF zufolge müssten alle bisherigen und künftigen Hilfskredite auf mindestens 30 Jahre gestreckt werden, um die Schuldenlast tragbar zu machen.

Quelle: n-tv.de, wue/Reuters

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