Wirtschaft

Verschuldung nicht mehr tragfähig IWF fordert weitere Milliardenhilfen für Athen

Einer Analyse des IWF zufolge muss Athen nicht nur auf einen "Reformkurs" zurückkehren, um die Krise zu überwinden. Weitere Erleichterung bei den Schulden seien ebenso unumgänglich wie neue Milliardenhilfen. Dabei war eine Einigung offenbar nahe.

Griechenland kann seine Schulden nach Aussage des Internationalen Währungsfonds nicht mehr tragen. Zu dieser Einschätzung kommt die vorläufige Analyse einer IWF-Arbeitsgruppe, die in den Gesprächen mit Griechenland in den vergangenen Wochen verwendet wurde. Nach Aussage der Experten löste der Politikwechsel in Athen einen hohen zusätzlichen Mittelbedarf aus, der die Schuldendynamik wegen der bereits existierenden enormen Schuldenlast nicht mehr beherrschbar erscheinen lasse.

"Um mit hoher Sicherheit Schuldentragfähigkeit herzustellen, muss die griechische Politik wieder auf den Reformpfad zurückkehren, und außerdem muss die Restlaufzeit der europäischen Kredite deutlich gestreckt werden", heißt es in der Analyse. Auch die in den kommenden Jahren erforderlichen Finanzierungen müssten zu solchen Konditionen gewährt werden. Sollte die geplanten Reformen weiter aufgeweicht werden, vor allem über die Gewährung niedrigerer Primärüberschussziele, dann würden laut IWF Schuldenschnitte notwendig.

Der IWF schätzte den griechischen Finanzbedarf für den Zeitraum Oktober 2015 bis Dezember 2018 auf 52 Milliarden Euro und ging davon aus, dass zwei Drittel davon Griechenlands europäische Partner tragen würden. Das Papier datiert auf den 26. Juni und berücksichtigt neuere Entwicklungen, wie das Auslaufen des bisherigen Hilfsprogramms, die Schließung der Banken und die Nicht-Bedienung eines IWF-Kredits nicht.

Unterdessen meldet die "Bild"-Zeitung, dass im griechischen Schuldenstreit zwischen beiden Seiten am Ende nur noch eine Differenz von 60 Millionen gelegen habe. Das habe EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker vor der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament berichtet. Parteikreise bestätigten der dpa in Brüssel die Informationen.

Demnach hat sich Juncker auf den Verhandlungsstand vom vergangenen Freitag bezogen und auf die Differenz zwischen dem Angebot der Geldgeber und den Forderungen der griechischen Regierung. "Wir waren sehr nahe an einer Einigung", sagte Juncker laut "Bild" - doch dann habe Athen die Gespräche abgebrochen.

Quelle: ntv.de, tno/DJ/dpa

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