Wirtschaft

Änderung der Kreditregeln IWF kommt der Ukraine entgegen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine Kredite gewähren, auch wenn sie bei anderen Staaten in Zahlungsrückstand ist. Das Vorhaben stößt in Russland auf scharfe Kritik.

3qft0538.jpg2345329063255640487.jpg

(Foto: dpa)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt der Ukraine im Schuldenstreit mit Russland wohl zur Hilfe. Der IWF will seine Kreditregeln ändern, um Länder weiter finanziell unterstützen zu können, die bei ihren Gläubigern in Zahlungsrückstand geraten, wie ein Sprecher des Fonds mitteilte.

Das IWF-Exekutivdirektorium habe eine Abkehr von der jetzigen Politik beschlossen. Details dazu würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben, sagte der IWF-Sprecher. Der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärte umgehend, die Entscheidung richte sich gegen die Regierung in Moskau. Ohne Zweifel würde das IWF-Vorhaben Russlands wirtschaftliches Gewicht gegenüber der Ukraine schwächen.  

Russland pocht bei der Ukraine auf die Rückzahlung von Schulden in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar und leistet damit Widerstand gegen eine von der Regierung in Kiew geplante Umschuldung von insgesamt 15 Milliarden Dollar. Russland weigert sich, dem mit privaten Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht beizutreten und argumentiert, die noch im Dezember fällige Fremdwährungsanleihe müsse als zwischenstaatlicher und nicht privater Kredit behandelt werden.

Ein Milliarden-Forderungsverzicht der Gläubiger ist Teil eines internationalen Hilfspakets von 40 Milliarden Dollar für die Ukraine. Der IWF hat dem Land als Teil dessen Kredithilfen von 17,5 Milliarden Dollar eingeräumt. Der IWF akzeptiert bislang Zahlungsrückstände bei privaten Gläubigern, aber nicht bei Staaten. Würde die Ukraine die Anleihe nicht bedienen, wäre somit das IWF-Hilfsprogramm für das hoch verschuldete und wirtschaftlich angeschlagene Land in Gefahr.

Quelle: ntv.de, wne/rts/DJ