Wirtschaft

Nach langem Zögern IWF zahlt Ukraine eine Milliarde Dollar aus

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(Foto: AP)

Aus Unzufriedenheit über die grassierende Korruption und mangelnde Reformen hat der IWF Kredite an die Ukraine mehr als ein Jahr lang zurückgehalten. Nun fließt das Geld wieder. Zufrieden ist IWF-Chefin Lagarde trotz einiger Fortschritte allerdings nicht.

Nach einem Jahr Unterbrechung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) eine weitere Tranche seines Hilfspakets für die Ukraine freigegeben. Die Finanzinstitution kündigte in Washington eine Überweisung in Höhe von einer Milliarde Dollar (890 Millionen Euro) an, die sie aus Unzufriedenheit über die Korruptionsbekämpfung in der Ukraine zunächst zurückgehalten hatte. IWF-Chefin Christine Lagarde sprach von Fortschritten, mahnte aber weitere Anstrengungen gegen die Korruption und für bessere Regierungsstandards an.

Nach dem Machtwechsel in der Ukraine 2014 hatte der IWF ein 17,5 Milliarden Dollar umfassendes Unterstützungsprogramm für die Ukraine aufgelegt, deren Wirtschaft schwer angeschlagen ist. Seit August vergangenen Jahres war aber kein Geld mehr geflossen. Der IWF begründet dies damit, dass Maßnahmen im Kampf gegen die Korruption ausblieben und die geforderte Sparpolitik nicht umgesetzt werde.

Der IWF billigte nun nach eigenen Angaben die weitere Auszahlung, obwohl die Ukraine mehrere Programmziele verfehlt habe - etwa bei der Begrenzung der Verschuldung und der Aufstockung ihrer Devisenreserven. Die vom IWF geforderten Reformen sind in der Ukraine unpopulär, das Parlament hat aber mehrere Reformvorlagen verabschiedet.

Wirtschaft um zehn Prozent geschrumpft

Mit Blick auf die ukrainische Konjunktur sprach IWF-Chefin Lagarde von "willkommenen Anzeichen für eine Erholung". Es sei mit einem höheren Wirtschaftswachstum zu rechnen. Eine nachhaltige Erholung erfordere es aber, "die Strukturreformen in der Wirtschaft zum Ziel zu bringen, und hier bleibt noch viel zu tun".

Seit Beginn der Krise in der Ost-Ukraine ist die Wirtschaftsleistung stark geschrumpft. Im vergangenen Jahr ging das Bruttoinlandsprodukt um fast zehn Prozent zurück. Mit der nun zugesagten Milliarde steigen die Hilfen für das Land aus dem IWF-Programm auf 7,6 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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