Wirtschaft

Kaum Hoffnung auf Erholung Ifo-Index auf niedrigstem Stand seit April 2013

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Fachleute schließen in Deutschland eine technische Rezession im Frühjahr und Sommer nicht mehr aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Die deutsche Konjunktur befindet sich in schwierigem Fahrwasser", sagt Ifo-Präsident Fuest. Manager bewerten das Geschäftsklima hierzulande immer schlechter. Sorgen bereiten vor allem die exportabhängigen Branchen.

In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung zu Beginn des zweiten Halbjahrs deutlich eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im Juli auf 95,7 Punkte von 97,5 Zählern, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Das ist der vierte Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge und der niedrigste Wert seit April 2013.

Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 97,1 Punkte gerechnet. "Die deutsche Konjunktur befindet sich in schwierigem Fahrwasser", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage schlechter. Auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate und damit bis ins nächste Jahr hinein werden skeptischer gesehen.

Der exportabhängigen Wirtschaft macht neben dem Ende Oktober anstehenden EU-Austritt Großbritanniens auch der von US-Präsident Donald Trump entfachte Handelsstreit zu schaffen. Daher schwindet zusehends die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung. Fachleute schließen auch eine technische Rezession im Frühjahr und Sommer nicht mehr aus - also zwei Quartale in Folge mit schrumpfender Wirtschaftsleistung.

Für das verarbeitende Gewerbe meldete das Ifo-Institut einen "freien Fall" des Geschäftsklimaindex. Der Lageindex sank deutlich. Ein stärkerer Rückgang wurde zuletzt im Februar 2009 beobachtet. Die Kapazitätsauslastung sank von 85,3 auf 83,9 Prozent und lag nur noch knapp über dem langjährigen Mittelwert.

Bauhauptgewerbe als positive Ausnahme

Auch die Dienstleister waren etwas weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Bei den Erwartungen waren sie erstmals seit Juli 2009 leicht pessimistisch. Im Handel ist der Index deutlich gesunken. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Lage spürbar weniger gut. Auch beim Ausblick auf die kommenden Monate zeigten sie sich merklich skeptischer.

Der Rückgang des Geschäftsklimaindikators fiel im Großhandel stärker aus als im Einzelhandel. Das Bauhauptgewerbe ist die positive Ausnahme in diesem Monat: Dort ist der Geschäftsklimaindex gestiegen. Während die Unternehmen die aktuelle Lage etwas weniger gut einschätzten, blickten sie optimistischer auf die kommenden Monate.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/DJ