Wirtschaft

"Wirtschaft verliert an Kraft" Ifo-Index deutet nach unten

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Leichte Eintrübung im April: So tief wie im Februar sinkt der Ifo-Index zum Start ins zweite Quartal nicht.

(Foto: REUTERS)

Die Stimmung in Deutschlands Unternehmen trübt sich zum Start ins zweite Quartal leicht ein. Im April sinkt der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts auf 99,2 Punkte und entwickelt sich damit schlechter als erwartet.

Die Stimmung in den Führungsetagen von Industriebetrieben, Händlern und Dienstleistern hat sich im April anders als erwartet leicht eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 99,2 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut gestützt auf die monatliche Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Der März-Stand wurde auf 99,7 revidiert. Volkswirte hatten eigentlich im Schnitt mit einem Anstieg auf 99,9 Punkte gerechnet. Vorläufig war für März ein Wert von 99,6 genannt worden.

"Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", kommentierten die Konjunkturforscher das Ergebnis. Der leichte Optimismus vom März, als das Institut erstmals seit August 2018 wieder eine Aufhellung der Stimmung gemessen hatte, sei wieder verflogen. Im Februar hatte das Konjunkturbarometer nach monatelanger Talfahrt zuvor einen Tiefstand erreicht. Der Ifo-Index zählt zu den wichtigsten Konjunkturbarometern zu den Perspektiven in Deutschland und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten.

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Der Teilindex zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen fiel auf 103,3 (revidiert 103,9) Punkte. Die Prognose der Ökonomen lag hier bei 103,6 Punkten. Der vorläufige März-Wert lag bei 103,8. Der Index für die Geschäftserwartungen fiel auf 95,2 (95,6) Zähler. Die befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg auf 96,5 Punkte erwartet.

Im verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima erneut merklich. Die Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage nochmals schlechter ein. Auch mit Blick auf die kommenden Monate nahm der Pessimismus zu. Die Kapazitätsauslastung sank um 0,8 Prozentpunkte auf 85,4 Prozent. Sie liegt aber immer noch über dem langfristigen Durchschnitt von 83,7 Prozent.

Im Dienstleistungssektor stieg der Index dagegen leicht. Dies war optimistischeren Erwartungen geschuldet, während die aktuelle Lage als etwas schlechter beurteilt wurde. Im Bausektor stieg der Geschäftsklimaindex erneut. Die Baufirmen waren mit ihrer bereits sehr guten Geschäftslage nochmals merklich zufriedener. Jedoch wuchsen die Zweifel, ob die Hochkonjunktur am Bau andauern wird.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/AFP

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