Keine Entspannung in SichtIfo rechnet mit höherer Inflation im nächsten Jahr

Wer hofft, dass im nächsten Jahr zumindest wirtschaftlich alles besser wird, wird nun enttäuscht: Denn das Ifo-Institut legt eine Prognose für die Teuerungsrate 2027 vor - wonach die Inflation höher ausfallen könnte als in diesem Jahr.
Das Ifo-Institut sieht bei der Inflation keine nachhaltige Entspannung, im Gegenteil: 2027 dürften die Lebenshaltungskosten stärker steigen als im laufenden Jahr. Die Teuerungsrate werde dann mit 3,0 Prozent höher ausfallen als 2026 mit 2,8 Prozent, wie die Münchner Forscher voraussagten. Sie befürchten bei einer lang anhaltenden Verteuerung von Energie durch den Iran-Krieg einen breiteren Anstieg der Verbraucherpreise. "Je länger der Krieg im Nahen Osten anhält und die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker dürften mittelfristig auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Waren steigen", sagte Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault. Grund dafür sei, dass die Unternehmen gestiegene Kosten mit Verzögerung weitergeben dürften.
Aktuell gibt es dafür noch keine Anzeichen. Im August planten sogar etwas weniger Firmen, ihre Preise zu erhöhen. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen sank auf 21,2 Punkte, von 21,6 Zählern im Juli. "Dies deutet auf einen leicht nachlassenden Preisdruck über die nächsten drei Monate hin", betonte das Ifo-Institut. Die Rohölpreise und vor allem die Marktpreise für Erdgas und Strom sind seit Anfang August allerdings wieder deutlich gestiegen.
Die Preiserwartungen sanken im August in vielen Wirtschaftsbereichen. Bei den energieintensiven Industrieunternehmen fiel der Indikator von 21,3 auf 18,7 Punkte, bei den nicht energieintensiven Unternehmen von 22,7 auf 19,0. Im Handel reduzierten die Firmen ebenfalls ihre Preiserwartungen leicht von 31,4 auf 30,0 Punkte. Bei den Dienstleistern hingegen zogen sie von 19,1 auf 20,9 Punkte an.
Die Inflation in Deutschland ist im August wegen teurer Energie wieder stärker gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Noch kräftiger zogen die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 an. Im Juli war die Teuerungsrate auf 2,8 Prozent geklettert, von 2,3 Prozent im Juni. Größter Preistreiber blieb Energie, die durch den wiederaufgeflammten Nahost-Krieg deutlich mehr kostete. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten viele Verbraucher - etwa in Nordrhein-Westfalen.