700 Meter Pisten am "Sahnehang"In NRW steht ganzes Skigebiet zum Verkauf

Wer schon immer vom eigenen Skihang geträumt hat, hat jetzt seine Chance. In der Nähe von Winterberg steht einer zum Verkauf. Die Gastronomie und technisches Equipment gehören zum Angebot dazu.
Mit Schlepplift, Pistenraupen, Berghütte und kleiner Abfahrt: Im Sauerland steht mit dem "Sahnehang" ein kleines, aber traditionsreiches Skigebiet zum Verkauf - und das Interesse ist nach Auskunft des Maklers groß. "Seit der Veröffentlichung haben uns zahlreiche Anfragen über unterschiedliche Kanäle erreicht", teilt eine Sprecherin der Sparkasse in der Region auf Anfrage mit.
Das Immobilien-Center des Bankinstituts hat die Vermarktung und Vermittlung des Familienskigebiets Sahnehang übernommen. Fragen zum Kaufpreis und ob es bereits ernsthafte Kaufinteressenten gebe, will man nicht beantworten. Hintergrund seien die anhaltende Nachfrage und laufende Gespräche zu dem Objekt, so die Mitteilung.
Auf dem Internetauftritt des Immobilien-Centers der Sparkasse ist mehr über das besondere Objekt zu erfahren: "Zum Verkauf steht ein ganzes Skigebiet mit einer der schönsten Hütten im Sauerland", wirbt der Makler in einem Werbevideo. Knapp 26.000 Quadratmeter Nutzfläche umfasst demnach das Freizeitgelände. Der Sahnehang ist mit seiner Pistenlänge von 700 Metern zwar ein kleines Skigebiet, aber als einer der höchstgelegenen Nordhänge vergleichsweise schneesicher.
Zum Verkauf steht neben der Hütte auch das gesamte Equipment für den Wintersportbetrieb: Dazu zählen neben dem Schlepp- und Rodellift, Räumen für einen Skiverleih auch der Fuhrpark mitsamt Pistenraupen und Motorschlitten. Auch vom Naturschnee ist die Piste unabhängig: Zum Portfolio gehören Schneekanonen und Wasserspeicher.
Einen Investitionsstau gebe es nicht, betont das Inserat. Auch im Sommer biete die Fläche mit ihrer Gastronomie mitten im Wandergebiet Potenzial, so die Makler weiter. Warum der Besitzer seinen Betrieb verkaufen will, ist nicht zu erfahren. Er stehe für Interviews nicht zur Verfügung, sagt er auf Nachfrage.
"Kleine Skigebiete haben es schwer"
Also eine lohnenswerte Investition? "Das erfordert Herzblut und vollen Einsatz", sagt Susanne Schulten von der Wintersport Arena Sauerland. Zu dem Zusammenschluss der Skigebiete der Region gehört auch der Sahnehang. "Kleine Skigebiete haben es schwer", so Schultens Einschätzung. Im Verhältnis zu den großen Skigebieten müssten sie mit einem besonderen Angebot eine Nische finden - etwa für Familien oder Anfänger. Dass das gelingen kann, dafür gebe es gute Beispiele in der Region.
Seit den schneereichen 1960er und 1970er Jahren ist sowohl die Zahl der Skigebiete als auch die Pistenfläche im Sauerland insgesamt rückläufig. Während in den großen Zentren Winterberg und Willingen massiv auch in technische Beschneiung und Ausbau der Lifte wurde, gaben kleine Skigebiete auf - vor allem in Lagen mit mittlerer Höhe und abseits der Zentren, wie die Wintersport-Arena nachzeichnet.
Der kleine Sahnehang am Fuße des Kahlen Astens fällt mit seiner Höhe von 836 Metern und Anbindung an den Skibus vom Winterberger Bahnhof in eine andere Kategorie. Schon früh galt er als "Schneeloch", eine Piste, die oft Skispaß bis ins Frühjahr bot. In den 1950er Jahren gehörte er zu den ersten, auf denen ein Lift installiert wurde. Seinen Namen soll der Sahnehang dabei vor mehr als 100 Jahren bekommen haben: "Hier liegt der Schnee ja noch wie Sahne", so ein begeisterter Gast der Überlieferung zufolge ausgerufen haben.