Wirtschaft

Umfrage des Ifo-Instituts Industrie steht Welle an Kurzarbeit bevor

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Auch die Automobilbranche ist stark betroffen von den Folgen der Pandemie..

(Foto: dpa)

Jedes vierte Industrie-Unternehmen rechnet laut einer Ifo-Konjunkturumfrage damit, in den kommenden Monaten Kurzarbeit einzuführen - darunter auch große Automobil- und Maschinenbauer. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren. Und es zeigt womöglich noch nicht das volle Ausmaß der Pandemie-Folgen.

Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird einer Prognose des Ifo-Instituts zufolge wegen der Corona-Krise bald kräftig steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit, teilte das Münchner Institut mit. Dies sei der höchste Stand seit dem Jahr 2010. Vor drei Monaten waren es demnach noch 15,3 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen seien die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent).

Kleinere Branchen, die auch stark von Kurzarbeit betroffen sein werden, sind den Angaben zufolge die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 49 Prozent, der sonstige Fahrzeugbau mit 43 Prozent, die Textilhersteller mit 41 Prozent, die Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 35 Prozent und die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 27 Prozent. Einige Branchen erwarten laut Ifo-Umfrage in den kommenden drei Monaten dagegen kaum Kurzarbeit: In der Chemie-Industrie waren es nur 14 Prozent und in der Ernährungsindustrie sechs Prozent. Bereits Kurzarbeit eingeführt haben demnach 9,3 Prozent der Industriefirmen.

"Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März", erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Konjunkturumfragen. Die Bundesregierung hatte die Möglichkeiten für Unternehmen, Kurzarbeit zu beantragen, wegen der Krise ausgeweitet.

Regional gibt es laut Umfrage große Unterschiede. 33 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg gaben an, voraussichtlich Kurzarbeit einzuführen. In Sachsen und Nordrhein-Westfalen werden demnach voraussichtlich 30 Prozent betroffen sein, in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen 29 Prozent, in Bayern 25 Prozent. Dagegen erwarteten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin nur sieben Prozent der Unternehmen Kurzarbeit.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP/rts