Wirtschaft

Energiekosten und Sonderfaktoren Inflation übersteigt Fünf-Prozent-Marke

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Die Energiepreise sorgten einmal mehr für kräftigen Preisauftrieb.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Jetzt ist es passiert: Die Teuerungsrate steigt auf mehr als fünf Prozent. Einmal mehr sorgen unter anderem die hohen Kosten für Energie für den Aufschlag. EZB-Direktorin Schnabel sieht inzwischen aber den Höhepunkt erreicht und rechnet mit wieder sinkenden Raten.

Die Verteuerung der Waren des zumeist täglichen Bedarfs hat sich im November nochmals beschleunigt. Die Verbraucherpreise stiegen um voraussichtlich 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit erstmals seit 1992 wieder oberhalb der Fünf-Prozent-Marke, wie das Statistische Bundesamt vorläufig mitteilte. Einen höheren Wert gab es zuletzt während des Wiedervereinigungsbooms im Juni 1992 mit 5,8 Prozent.

Im Oktober hatte die Jahresteuerung bei 4,5, im September bei 4,1 Prozent gelegen. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 5,0 Prozent vorhergesagt. Im Vergleich zum Oktober gaben die Preise derweil leicht um 0,2 Prozent nach.

Preistreiber war einmal mehr die Energie. Hinzu kommt zu einem gewissen Teil auch die niedrigere Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr. Diese war von Juli bis Ende Dezember reduziert worden, um in der Corona-Krise den Konsum anzukurbeln und so die Pandemiefolgen für die Wirtschaft abzufedern.

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EZB-Direktorin Isabel Schnabel erwartet künftig wieder niedrigere Werte. "Wir gehen davon aus, dass im November der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht ist", sagte die Währungshüterin im ZDF. Die Teuerungsrate dürfte 2022 wieder allmählich in Richtung zwei Prozent sinken, der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Sondereffekte wie etwa die Mehrwertsteuersenkung würden dann aus der Statistik fallen. "Auch die Energiepreise werden nicht mit dem gleichen Tempo weiter steigen", sagte sie. Die pandemiebedingten Lieferengpässe in der Wirtschaft dürften sich zudem allmählich auflösen.

Sollte sich die Inflation dauerhaft auf einem höheren Niveau als zwei Prozent festsetzen, werde die EZB entschlossen reagieren. "Aber im Moment wäre es eben ein Fehler, die Zinsen frühzeitig zu erhöhen und damit den Aufschwung zu bremsen, denn das würde im Wesentlichen zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit führen und würde an der aktuell sehr, sehr hohen Inflation gar nichts mehr ändern können", sagte Schnabel.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/AFP

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