Wirtschaft

275 Milliarden für China Insider: Apple profitiert von Geheim-Deal mit Peking

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Apple-Chef Tim Cook mit dem chinesischen Industrieminister Xiao Yaqing im Okotber 2019.

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

In den vergangenen Jahren konnte Apple als eines der wenigen US-Unternehmen in China relativ frei agieren. Dafür gibt es offenbar einen Grund: Laut einem Insider-Bericht machte Konzern-Chef Tim Cook der chinesischen Regierung vor fünf Jahren Milliardenzugeständnisse.

Apple-Chef Tim Cook soll nach Recherchen des investigativen Portals The Information vor Jahren einen milliardenschweren Deal mit der chinesischen Regierung eingegangen sein, um Ausnahmen von den strengen Regulierungsmaßnahmen im Land zu erwirken. Die Kalifornier sollen sich dafür in einem 2016 abgeschlossenen Vertrag verpflichtet haben, 275 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre in China zu investieren.

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Den Angaben in dem jahrelang geheim gehaltenen Bericht zufolge soll Cook die Vereinbarung bei einem China-Besuch persönlich getroffen haben. Die Quelle beruft sich dabei auf Interviews und interne Apple-Dokumente. Wie es heißt, hatte die chinesische Regierung damals kritisiert, dass Apple bei seinen Geschäften nicht genug zur Förderung der chinesischen Wirtschaft beitrage. Der Druck in China soll so groß gewesen sei, dass sich Tim Cook persönlich zur Lobbyarbeit gezwungen gesehen habe.

Die Milliarden von Apple sollen in den Jahren danach in den Bau neuer Verkaufsstellen, Forschungs- und Entwicklungszentren sowie in Projekte für erneuerbare Energien geflossen sein. Außerdem verpflichtete sich der Techriese der Quelle zufolge, mehr Komponenten chinesischer Lieferanten in seinen Geräten zu verwenden, mit chinesischen Universitäten an Technologien zusammenzuarbeiten oder direkt in chinesische Techunternehmen zu investieren.

Der Einsatz hat sich gelohnt

Der Vertrag erklärt Jahre später, warum Apple als eines der wenigen US-Unternehmen in China relativ frei agieren konnte. Der Apple App Store und Apple Pay sind in der Vergangenheit größtenteils von Regulierungsmaßnahmen und Einschränkungen verschont geblieben.

Zwar sind 275 Milliarden US-Dollar eine gigantische Summe. Für Apple bei der reißenden Nachfrage in China jedoch vergleichsweise auch leicht zu stemmen. Der finanzielle Einsatz hat sich auf jeden Fall für den Konzern gelohnt: Im abgelaufenen vierten Quartal setzte Apple 83,4 Milliarden Dollar um, das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent zum Vorjahr. Stand heute bedeutet das, Apple musste "nur" etwas mehr als die China-Umsätze aus drei Quartalen "opfern", um in den Genuss einer Vorzugsbehandlung zu kommen.

Den Angaben zufolge läuft der Vertrag noch bis Mai 2021. Wenn beide Parteien aber keine Einwände haben, wird er automatisch um ein weiteres Jahr bis Mitte 2022 verlängert. Apple hat bislang keine Stellungnahme zu dem Bericht abgegeben.

Quelle: ntv.de, ddi

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