Wirtschaft

Konkurrent geschluckt Intel vermeldet Rekord-Deal

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Könnte künftig auch Altera drin sein, wenn Intel draufsteht.

(Foto: REUTERS)

Altera ist ein schnell wachsender Chiphersteller. Doch mit der Eigenständigkeit ist es nun vorbei. Branchengigant Intel holt sich das Unternehmen ins Haus. Nie zuvor hat der US-Konzern tiefer für einen Zukauf in die Tasche gegriffen.

Der US-Chipkonzern Intel schlägt bei Altera zu: Die Übernahme des Konkurrenten ist Intel 16,7 Milliarden US-Dollar in bar wert. Der relativ lang erwartete Deal wird als Zeichen gewertet, dass Intel Umsätze in seinem Brot- und Buttergeschäft verteidigen will. Altera-Aktionäre erhalten demnach 54 US-Dollar je Anteilsschein. Das wäre in etwa der gleiche Preis, den Intel im April bot und den das Altera-Management jedoch als zu niedrig abgelehnt hatte.  Am Freitag schlossen die Altera-Papiere bei 48,85 Dollar.

Mit dem Gebot Intels setzt sich die Konsolidierungswelle in der Halbleiterbranche fort. Die Großkonzerne suchen nach neuen Wachstumsquellen. Für viele von ihnen erweist es sich als schwierig, aus eigener Kraft ihre Profitatbilität zu steigern. Bereits in der Vorwoche kündigten Avago und Broadcom eine 37 Milliarden Dollar schwere Fusion an. Es ist das bisher größte Geschäft dieser Art in der Tech-Branche überhaupt.

Unternehmen sitzen auf Geld

Viele der potenziellen Käufer verfügen über massive Barreserven und können zudem zu äußerst günstigen Zinsen Übernahmen stemmen. Ende März berichtete Intel über Bargeld- und Kurzfristinvestments in Höhe von 14 Milliarden Dollar. Dazu kamen noch 8,2 Milliarden Dollar in Langfristinvestments.

Zusätzlich zu neuen Produktlinien, mit denen sich mehr Umsätze erwirtschaften lassen, erhoffen sich die Konzerne insbesondere Möglichkeiten, um mehr gleichartige Chips über neue Vertriebskanäle am Markt unterzubringen. Das erweist sich als besonders vielversprechend, da die Kosten für die Konstruktion und Fertigung neuer Chips sehr hoch sind.

Intel holt sich Wachstums-Garant

Der Deal ist die größte Übernahme für Intel in der Unternehmensgeschichte. Bei der Vorlage der Erstquartalszahlen von Intel Ende April fand sich zu dem Geschäft noch kein Wort. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet, der Halbleiterkonzern habe seine Gespräche über den Kauf des Wettbewerbers aufgegeben. Intel sei die mögliche Transaktion zu teuer geworden, hatten Informanten berichtet. Seitdem warteten Investoren gespannt darauf, ob es Intel noch gelinge, den Deal zu retten.

Mit Altera dürfte sich Intel eine Wachstumslokomotive in den Konzern holen, da der Konkurrent schneller wächst als der Chipriese. Beide Firmen sind schon heute Partner. Intels Werke fertigen einige hochklassige Halbleiter für Altera. Das Übernahmeziel konstruiert zwar Halbleiter, für die Massenfertigung vertraut er aber auf die Hilfe von externen Produzenten.

Intel scheint mit dem Altera-Deal sein starkes Standbein bei Chips für Server-Systeme ausbauen zu wollen. Im ersten Quartal brachte diese Sparte mehr als die Hälfte dem Konzern seines operativen Gewinns ein. Doch die Konkurrenz von Altera und dem Rivalen Xilinx setzte Intel auf diesem Gebiet zuletzt kräftig unter Druck.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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