Wirtschaft

Tiefgreifender Umbau Investmentbankchef verlässt Deutsche Bank

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der Umbau bei der Deutschen Bank nimmt Konturen an. Das Investmentbanking überlebt in seiner jetzigen Form nicht. Der Spartenchef muss gehen. Vorstandsvorsitzender Sewing übernimmt den neuen Geschäftsbereich.

Der Investmentbankchef der Deutschen Bank, Garth Ritchie, tritt Ende Juli zurück. Das teilte der Dax-Konzern mitten in den Beratungen über eine Neuaufstellung des Instituts in Frankfurt mit. Konzernchef Christian Sewing werde die Verantwortung für die Unternehmens- und Investmentbank übernehmen. Damit deutet sich an, was Insider zuvor berichtet hatte: Die Bank zerschlägt die Investmentbank in ihrer bisherigen Form und schafft eine neue Sparte für die Betreuung von Unternehmenskunden.

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Eine neue "Corporate Bank" solle sich um die Unternehmenskunden und viele Firmenkunden, die bislang von der Privat- und Firmenkundenbank betreut werden, kümmern. Zudem soll die Transaktionsbank, die unter anderem für den weltweiten Zahlungsverkehr zuständig ist, Teil der neuen Sparte sein. Die "Corporate Bank" solle ein eigene Ressort im Vorstand erhalten, sagten Insider.

Die Deutsche Bank steckt derzeit mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau. Dem könnten weltweit bis zu 20.000 Stellen zum Opfer fallen. Das wäre jede fünfte Stelle im Konzern. Betroffen ist dabei angeblich vor allem das kriselnde Investmentbanking-Geschäft. Allein die Einbindung der Postbank dürfte gut 2000 Arbeitsplätze kosten. Konzernchef Christian Sewing will sich auf stabilere Geschäfte wie die Transaktionsbank und die Fondstochter DWS konzentrieren und so den Weg aus der jahrelangen Krise finden.

Der Umbau werde drei bis fünf Milliarden Euro kosten, hieß es aus Bankkreisen. Dadurch könnte die Bank 2019 erneut in die roten Zahlen rutschen - es wäre das vierte Verlustjahr binnen fünf Jahren. Um die Aktionäre nicht erneut, um frische Mittel bitten zu müssen, wolle die Bank ihr Kapitalpolster abschmelzen lassen und dadurch Geld für den Umbau freisetzen, sagten mehrere Insider.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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