Wirtschaft

Krisenbank läuft Zeit davon Investor lässt Monte dei Paschi hängen

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In Schieflage - ein staatliches Eingreifen bei Monte dei Paschi wird immer wahrscheinlicher.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine staatliche Rettungsaktion für die von Krisen geschüttelte Bank Monte dei Paschi rückt näher. Die Hoffnung der Italiener auf frisches Geld aus Katar sind dahin. An der Mailänder Börse sorgt die Aktie für Chaos.

Der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena läuft auf der Suche nach frischem Kapital die Zeit davon. Das Traditionshaus erklärte, bisher keinen sogenannten Ankerinvestor gefunden zu haben, also einen Geldgeber, der eine große Last bei der laufenden Kapitalerhöhung schultert. Hoffnungen, dass der Staatsfonds von Katar bei einer Kapitalerhöhung neue Aktien zeichnet, zerschlugen sich am Mittwochabend. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass der Staat rettend eingreifen muss.

Banco Monte dei Paschi di Siena
Banco Monte dei Paschi di Siena 1,26

An der Börse geht die Talfahrt der Aktie weiter: Die Papiere stürzten zu Handelsbeginn um 6,8 Prozent auf ein neues Rekordtief von 14,71 Euro ab. Bereits am Mittwoch war der Kurs nach der Meldung eines möglichen Liquiditätsengpasses um fast 20 Prozent nach unten gegangen. Immer wieder wurde der Handel wegen automatischer Schwankungsaussetzungen unterbrochen. Auch am Donnerstag stoppte dieser Automatismus den Handel unmittelbar nach Zustandekommen des Eröffnungskurses. Im gesamten Jahr ist das Papier bereits 87 Prozent abgestürzt - die Bank ist damit an der Börse keine halbe Milliarde Euro mehr wert.

Unicredit-Chef glaubt an gutes Ende

Der Chef des Konkurrenten Unicredit, Jean-Pierre Mustier, rechnet indes mit einem guten Ende. Die Krise hänge auch damit zusammen, dass die Regierung den Instituten anders als in Spanien und in Portugal nicht unter die Arme gegriffen habe. "Aber ich bin extrem zuversichtlich, dass es eine Lösung für Italiens Banken gibt", sagte Mustier dem "Handelsblatt". Mustier, der seiner Bank erst vor kurzem eine Rosskur verordnet hatte, nannte keine weiteren Details, geht aber von einer "konstruktiven Lösung im besten Sinne der gesamten Bankbranche" aus.

Monte dei Paschi ächzt unter einem Berg fauler Kredite, die nun teils abgestoßen werden sollen. Damit der Bank dieser Kraftakt gelingt, muss sie bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro an frischem Kapital aufnehmen. Ein Umtausch von Anleihen in Aktien steuert nach Angaben von Monte dei Paschi 2,06 Milliarden Euro an Kapital zu dem Rettungspaket bei. Zudem werden neue Aktien an Investoren verkauft. Die Kapitalerhöhung sollte an diesem Donnerstag enden. Experten rechnen nicht damit, dass Monte dei Paschi die nötige Summe zusammenbekommt.

Ankerinvestor dringend gesucht

Am Mittwoch hatte die Bank erklärt, dass ihr das Geld früher ausgehe als gedacht. Die flüssigen Mittel könnten nur noch für vier Monate reichen, hieß es in einer Kapitalmarktmitteilung. Bislang hatte das schwer angeschlagene Geldhaus aus Siena angegeben, dass das Geld noch für elf Monate ausreiche. Zum Stichtag 16. Dezember hatte Monte dei Paschi 10,6 Milliarden Euro an Liquidität.

Bei der Suche nach einem Ankerinvestor hatten die Hoffnungen auf Katars Staatsfonds gelegen. Dieser habe jedoch keine Aktien abgenommen, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Andere Geldgeber hätten ihre Investition davon abhängig gemacht, dass es einen Ankerinvestor gebe.

Die italienische Zeitung "La Stampa" schrieb, das Kabinett könnte schon am Donnerstagabend tagen, um die Bank zu retten. Erst am Vortag hatte das Parlament die Aufnahme neuer Staatsschulden in Höhe von 20 Milliarden Euro gebilligt, um Monte dei Paschi und andere Krisenbanken notfalls stützen zu können. Die italienische Finanzbranche leidet unter der schwachen Wirtschaft im Land, weshalb viele Schuldner ihre Kredite nicht bedienen können.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/rts

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