Wirtschaft

Iran-Krieg sorgt für KurssturzDax rauscht um 1000 Punkte runter - Energiepreise explodieren

03.03.2026, 12:19 Uhr
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Skeptische Blicke an der Frankfurter Börse. (Foto: IMAGO/Eibner)

Am ersten Handelstag nach Ausbruch des Iran-Kriegs halten sich die Verluste an der Börse noch in Grenzen. An diesem Dienstag sieht das anders aus. Der Dax bricht um bis zu 4,2 Prozent ein und verliert zwischenzeitlich mehr als 1000 Punkte. Die Preise für Öl und Gas gehen dagegen durch die Decke.

Der Dax fällt und fällt. Nach einem schwachen Handelsauftakt hatte der deutsche Leitindex die Verluste auf bis zu 4,2 Prozent ausgebaut und war auf 23.604 Zähler gefallen. Seither ging es ein paar Zähler nach oben. Insgesamt büßt der Dax derzeit jedoch knapp 1000 Punkte ein. Seit Wochenbeginn beläuft sich der Rückschlag nun auf gut 1.500 Punkte oder 6 Prozent.

Lediglich FMC und die Deutsche Börse haben derzeit noch positive Vorzeichen, alle anderen Dax-Unternehmen sind teils deutlich ins Minus gerutscht. Die Aktie von Beiersdorf gab um gut 17 Prozent nach. Der Konsumgüterkonzern rechnet im laufenden Jahr allenfalls mit einem geringen Wachstum. Analysten monierten schwache Prognosen der Hamburger für das erste Quartal und das Gesamtjahr.

Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 3,4 Prozent. Auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden erneut stark fallende Kurse prognostiziert. Unter den Anlegern geht wegen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um.

Gaspreis legt kräftig zu

Am vierten Tag des Iran-Kriegs sind vor allem die Preise für Öl und Gas weiter kräftig gestiegen. Der Ölpreis lag am Morgen bei über 80 Dollar, der Gaspreis legte um über 30 Prozent zu und lag bei fast 60 Euro pro Megawattstunde. Das war der höchste Stand seit Februar 2023.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um fast 3,8 Prozent auf 80,66 Dollar, der für ein Barrel der US-Sorte WTI um 3,5 Prozent auf 73,76 Dollar. Analysten halten Preise von über 100 Dollar pro Barrel im Fall eines längeren Konflikts für denkbar. In Deutschland schossen an den Tankstellen bereits die Preise nach oben.

Der Iran kontrolliert die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Ein General der iranischen Revolutionsgarden hatte am Montagabend damit gedroht, "jedes Schiff" zu "verbrennen", das die Straße von Hormus passieren will.

Auch ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird über Hormus abgewickelt. Der wichtigste LNG-Produzent ist Katar, der Staat setzte die Produktion am Montag nach iranischen Drohnenangriffen vorerst aus. Der als Referenzwert für den Gaspreis betrachtete niederländische TTF-Kontrakt stieg am Dienstagmorgen um mehr als 30 Prozent.

Der Anstieg der Öl- und Gaspreise wirke sich "direkt auf die Handelsbilanzen, die Inflationserwartungen und den Druck auf die Währung aus", erklärt Analyst Stephen Innes. An den europäischen Börsen sanken die Kurse - vor allem von Fluggesellschaften, die nach einem kompletten Flugverbot in der Region am Dienstag wieder erste Flüge anbieten konnten.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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