Wirtschaft

Kampf gegen den Müllstrudel Island verbietet Gratis-Plastiktüten

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Eine isländische Schafzüchterin sammelt Plastikmüll ein.

(Foto: REUTERS)

Angesichts der stetig wachsenden Müllberge hat ein Umdenken stattgefunden: Immer mehr Länder erlassen Plastiktüten-Verbote. Deutschland arbeitet an einem entsprechenden Gesetz.

Einzelhändler dürfen in Island keine kostenlosen Tragetaschen aus Plastik oder anderen Stoffen mehr herausgeben. Dazu zählen auch die dünnen Plastiktüten, in denen in Supermärkten Obst und Gemüse verpackt werden kann, wie der isländische Rundfunk RÚV berichtete.

Das Parlament in Reykjavik hatte einer entsprechenden Gesetzesänderung zu dem Verbot im Mai seine Zustimmung gegeben. Die isländische Regierung will mit dieser und weiteren Maßnahmen den Gebrauch von Plastik reduzieren.

In Deutschland hatte zuletzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) angekündigt, ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen zu wollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Ende Juli erklärt, eine Bundesratsinitiative für ein deutschlandweites Plastiktütenverbot zu starten.

Verbot in Deutschland soll kommen

Seitdem Plastiktüten an der Kasse Geld kosten, ist der Verbrauch nach Angaben des Umweltministeriums um 60 Prozent gesunken. Verschwunden sind sie aber noch nicht. Wann ein entsprechender Gesetzentwurf für ein generelles Verbot fertig sein soll, ist nicht bekannt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat sich zudem dafür ausgesprochen, die Ausfuhr von Plastikmüll in Entwicklungsländer zu verbieten. Die Europäische Union solle sich ein Beispiel an einem entsprechenden Vorhaben der australischen Regierung nehmen, erklärte Müller kürzlich: "Die Australier machen es uns vor und wollen zukünftig Abfälle aus Plastik, Papier und Glas nicht mehr exportieren."

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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