Wirtschaft

Fehlstart für Aston Martin James Bonds Autobauer patzt an der Börse

Mit dem Börsengang will der britische Sportwagenbauer Aston Martin die Grundlage schaffen, um dem Erfolg von Ferrari und Tesla nachzueifern. Doch der erste Handelstag wird zum Desaster.

Der Hersteller der legendären Autos des Geheimagenten James Bond, Aston Martin, erlebt bei seinem Börsendebüt seinen eigenen "Skyfall". Die Titel wurden in der unteren Hälfte der Preisspanne von ursprünglich 1.750 bis 2.250 Pence zugeteilt und starteten zum Ausgabepreis von 1.900 Pfund in den Handel. Damit wird der Hersteller der teuren Sportwagen mit 4,33 Milliarden Pfund bewertet. Zur Eröffnung ging die Aktie auf Tauchstation und sackte im Handelsverlauf immer weiter ab. Gegen Mittag notierte der Kurs bei 1.700 Pence, das war ein Minus von 7 Prozent.

Aston Martin
Aston Martin 6,84

"Es sieht so aus, als ob Aston Martin nicht in den Leitindex FTSE-100 aufgenommen werden kann, weil die Marktkapitalisierung nicht ausreicht", sagte Neil Wilson, Analyst bei Markets.com. Die Investoren reagierten nicht übermäßig optimistisch auf die Aktie.

Aston-Martin-Chef Andy Palmer hatte den Börsengang und die Notierung an der Londoner Börse zuvor als "einen historischen Meilenstein" für den Automobilhersteller gepriesen. "Wir sind begeistert von der Dynamik im gesamten Unternehmen und konzentrieren uns voll und ganz darauf, unsere aufregende Wachstumsstrategie weiter umzusetzen", fügte Palmer hinzu. Aber der Luxusauto-Hersteller hat möglicherweise überschätzt, wie viel die Anleger bereit sind, für die Marke zu bezahlen. 

Aston Martin könnte Tesla-Konkurrent werden

Am Morgen gab der Konzern bekannt, dass beim IPO 57 Millionen Aktien entsprechend 25 Prozent des Aktienkapitals aus dem Bestand der Altaktionäre ausgegeben werden sollen. Zudem werden weitere 5,7 Millionen Aktien für eine eventuelle Mehrzuteilung bereitgestellt. Die kuwaitischen Investoren Primewagon, Asmar und Adeem halten rund 57 Prozent der Stimmrechte und die Beteiligungsgesellschaft Investindustrial etwa 38 Prozent. Die Daimler AG will ihren Anteil von 4,9 Prozent behalten.

Palmer hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Umsatzanstieg bei dem Autobauer verantwortet. Der Manager sagte jüngst, Aston Martin wolle die Produktionsmengen erhöhen und neue Modelle einführen. Das Unternehmen will den Weg des Konkurrenten Ferrari nachahmen, der italienische Sportwagenbauer hat seit seinem  Börsengang im Jahr 2015 rasant expandiert.

Jasper Lawler, Chef der Research-Abteilung bei London Capital Group, schrieb in einer Mitteilung, er sei angesichts der Produktionsausweitung vorsichtig eingestellt. Dies könnte die Marke beschädigen. Aber er fügte hinzu, dass diese Bedenken durch die Erfolgsbilanz des Managements und den "ikonischen Status der hundert Jahre alten britischen Automobilmarke" "etwas entschärft" werden.

Lawler ist der Ansicht, dass der Luxus-Autohersteller letztlich ein bedeutender Wettbewerber von Tesla werden könnte. "Das 2,4 Millionen Pfund teuere Hybridmodell Valkyrie ist ausverkauft und alle Aston-Martin-Modelle werden schließlich als Hybrid erhältlich sein". Die Kombination eines bekannten Namens mit der richtigen Investition in die Technologie könnte Aston Martin eines Tages dabei helfen, Tesla Konkurrenz zu machen.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ