Wirtschaft

Wechsel an der Spitze der Fed Janet Yellen hat einen neuen Job

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Steuerte die Fed vom Nullzins in Richtung Normalität: Janet Yellen.

(Foto: imago/Xinhua)

Die scheidende Fed-Chefin bringt ihren letzten Tag im Chefsessel der US-Notenbank hinter sich. Yellen wechselt in Washington nur wenige Häuser weiter. Mit markigen Worten begrüßt ein begeisterter Ökonom die neue Kollegin: "Ihre Bilanz sieht verdammt gut aus."

Die bisherige Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, will künftig für den angesehenen Washingtoner Thinktank Brookings arbeiten. Das kündigte das Institut vor dem Wochenende auf seiner Internetseite an.

An der Spitze der Notenbank verbrachte die 71-Jährige Währungshüterin am Freitag ihren letzten Arbeitstag. Am Montag übernimmt der von Präsident Donald Trump eingesetzte Jerome Powell ihre Position an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

"Wir bei Brookings sind sehr froh, dass sie sich unserem Team anschließt", erklärte der Direktor des Hutchins Center für Fiskal- und Geldpolitik am Brookings-Institut, David Wessel. "Ihre Bilanz sieht verdammt gut aus" ("... pretty darn good ..."), heißt es in seiner Mitteilung wörtlich.

Yellens Verdienste als Notenbankchefin sind in Fachkreisen allgemein anerkannt: Sie habe es geschafft, so Wessel in seiner Würdigung, die Zinsen moderat zu erhöhen, und mit dem Abbau der Notenbank-Bilanz schrittweise zu beginnen - ohne die Finanzmärkte durcheinanderzuwirbeln oder die Erholung der Wirtschaft abzuwürgen. Unter ihrem Vorgänger, Ben Bernanke, war die Bilanzsumme der Fed aufgrund der enorm umfangreichen Wertpapierkäufe von etwa 860 Milliarden auf 3,8 Billionen Dollar angeschwollen.

Seitenhieb auf Donald Trump

In ihrer Zeit an der Spitze der einflussreichsten Notenbank der Welt musste Yellen tatsächlich geldpolitisches Neuland betreten: Sie sah sich mit der Aufgabe konfrontiert, die Krisenpolitik der Fed zurückzufahren, ohne dabei eine neue Finanzkrise zu provozieren. Erschwerend sei gegen Ende ihrer Amtszeit hinzugekommen, betont Wessel, dass "gewählte Politiker Steuer- und Haushaltspolitik durcheinander bringen". Ohne viel Mühe lässt sich darin ein bissiger Seitenhieb auf Trumps Steuerreform erkennen.

Yellen verlässt die Fed-Führung nach nur vier Jahren. Eine zweite Amtszeit wollte US-Präsident Trump ihr - trotz ihrer unbestrittenen Leistungen - nicht zugestehen. Den Schritt von der Zentralbank zu Brookings waren vor Yellen bereits ihr Vorgänger Bernanke und weitere prominente Notenbanker gegangen. Beide Einrichtungen liegen in Washington nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.

Quelle: ntv.de