Wirtschaft

Karstadt empfiehlt sich als Käufer Jobgarantie für alle Kaufhof-Mitarbeiter

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Viele Karstadt-Filialen stehen direkt neben einem Kaufhof.

(Foto: picture alliance / dpa)

Geht es nach dem österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa, arbeiten die Konkurrenten Karstadt und Kaufhof bald unter einem Dach. Um Konkurrenten auszubooten, gibt es vorsorglich umfangreiche Versprechen zu Standorten und Jobs.

Im Bieterrennen um Kaufhof gibt Karstadt-Eigner Signa nicht nur eine Job-, sondern auch eine umfassende Standortgarantie. "Signas Angebot umfasst eine langjährige Standort- und Beschäftigungsgarantie für alle Kaufhof- und Karstadt-Filialen", sagte Karstadt-Chef und Signa-Manager Stephan Fanderl der "Bild am Sonntag" (BamS).

"Mit beiden Firmen unter einer Führung können wir das Warenangebot steuern und an Doppelstandorten unterschiedliche Sortimente anbieten", sagte Fanderl, der auch Geschäftsführer von Signa Retail ist. Im Falle der Zusammenführung unter einem Dach werde Signa zudem mit beiden Namen weiterarbeiten. Der Name Kaufhof werde "selbstverständlich" nicht verschwinden.

Die erzielten Einsparungen würden "vollständig wieder investiert", so Fandel weiter. Durch die Zusammenlegung von Karstadt und Kaufhof würde ein Kaufhausriese mit 219 Warenhäusern und 38.000 Mitarbeitern entstehen. Karstadt ist der Zukauf des Konkurrenten 2,9 Millionen Euro wert. Die beiden Warenhäuser befinden sich seit 130 Jahren im Konkurrenzkampf.

Kaufhof ist nicht der einzige Interessent. Erst vor wenigen Tagen hatte der nordamerikanische Handelskonzern Hudson's Bay verlauten lassen, er wolle "so bald wie möglich" eine offizielle Offerte für die Warenhauskette beim Düsseldorfer Mutterkonzern Metro auf den Tisch legen. Hudson's Bay kündigte an, massiv in Kaufhof investieren und vor allem das Online-Geschäft ausbauen und besser mit den Filialen verzahnen zu wollen. Wie das genau aussehen soll, ist offen. Schließungen von Warenhäusern sind auch von Hudson's Bay nicht geplant.

Auf den amerikanischen Mitbieter angesprochen, mahnte Karstadt-Chef Fanderl zu Vorsicht: "Amerikanische Investoren verstehen den deutschen Handel nicht. Denken Sie nur an Nicolas Berggruen." Metro könnte Insidern zufolge noch im Juni über den Zuschlag entscheiden.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts

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