Wirtschaft

BA-Chef warnt aber vor Lockdown Jobmarkt übersteht Krise "erstaunlich gut"

Ein Mann steht am im Wartebereich hinter einer Stellwand für Stellenangebote. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Bisher gebe aus auf dem Arbeitsmarkt keinen "Erdrutsch", so BA-Chef Scheele.

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Rund 150.000 Menschen in Deutschland verlieren wegen der Corona-Krise ihren Job. Aus Sicht von Arbeitsagentur-Chef Scheele hätte es jedoch schlimmer kommen können. Und er ist zuversichtlich, dass die Lage stabil bleiben könnte - allerdings nur unter einer Bedingung.

Trotz Corona-Krise rechnet der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, nicht mit einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit. "Der Arbeitsmarkt übersteht die Pandemie erstaunlich gut", sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Bisher hätten 150.000 Menschen wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren. "Das ist für jeden Betroffenen schlimm, aber bei 33,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kein Erdrutsch."

Solange die Infektionszahlen nicht massiv hochschnellten, werde die Politik lokal intervenieren und nicht mehr flächendeckend. Das werde der Arbeitsmarkt aushalten, betonte Scheele. "Ein kompletter Lockdown wäre furchtbar, aber daran glauben wir nicht." Er erwarte auch nicht, dass es zu einer Insolvenzwelle komme, fügte Scheele hinzu.

Der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsagentur sprach sich dafür aus, die ausgesetzte Pflicht zum Insolvenzantrag nicht wie ursprünglich geplant zum Jahreswechsel wieder einzuführen. "Das Justizministerium will Unternehmen gesetzlich ermöglichen, eine Restrukturierung auch ohne Insolvenz durchzuführen", sagte er. "Mit einer Regelung, wie sie das Justizministerium plant, könnte man Firmenpleiten abfangen."

Eine Reihe von Branchen werde das Vorkrisenniveau nicht wieder erreichen, sagte Scheele voraus und nannte als Beispiel die Automobil- und Zulieferindustrie. "Es wird zu Personalabbau kommen, aber - nach allem, was man sieht - in einem geordneten Verfahren mit den Sozialpartnern, zum Beispiel durch Altersabgänge oder freiwilliges Ausscheiden", ergänzte Scheele.

Quelle: ntv.de, kst/rts