Wirtschaft

Konkurrenz für Karstadt-Eigner Benko Kanadischer Konzern bietet für Kaufhof

Um Kaufhof beginnt ein Bieterrennen. Sowohl der direkte Konkurrent Karstadt als auch ein Händler aus Übersee sind bereit, mehrere Milliarden zu zahlen. Beide brauchen die Warenhäuser für ihre Strategie.

Der kanadische Handelsriese Hudson's Bay will Insidern zufolge die Kaufhof-Warenhäuser kaufen. Die Kanadier hätten beim Kaufhof-Mutterkonzern Metro eine erste, noch unverbindliche Offerte abgegeben, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Gespräche mit Metro über das Angebot liefen.

Der österreichische Investor Rene Benko, der mit Karstadt die zweitgrößte deutsche Kaufhauskette besitzt, hat Insidern zufolge bereits bei Metro ein Angebot für Kaufhof hinterlegt. Benko biete über seine Signa Holding rund 2,9 Milliarden Euro. Die erste Offerte der Kanadier bewege sich ebenfalls in dieser Größenordnung, sagten die Insider. Metro wollte sich nicht dazu äußern, von Hudson's Bay war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die in Toronto ansässige Hudson's Bay unterhält in ihrem Heimatmarkt unter anderem 90 Warenhäuser. Zu dem bereits 1670 gegründeten kanadischen Konzern gehört auch die US-Kette Saks Fifth Avenue. Vor kurzem hatte Hudson's Bay deutlich gemacht, an einer Expansion interessiert zu sein. Für die Kanadier wäre eine Kaufhof-Übernahme ein Schritt in den von hartem Wettbewerb geprägten deutschen Markt. Zudem müssten sie sich auch mit der deutschen Mitbestimmung auseinandersetzen - die Gewerkschaft Verdi hat sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof ein wichtiges Wort mitzureden. Benko hat hier bereits Erfahrungen gesammelt.

Benko auf dem Weg zur "Warenhaus AG"

Metro-Chef Olaf Koch hatte Kaufhof zum Verkauf gestellt, weil er für das Warenhaus-Konzept unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen sieht. Er will Metro auf die Media-Saturn-Elektromärkte und das Geschäft mit den Großmärkten konzentrieren. Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien, beim Konkurrenten Karstadt sind es noch gut 80 klassische Warenhäuser. Im Geschäftsjahr 2013/14 setzte Kaufhof rund 3,1 Milliarden Euro um.

Insider hatten zuletzt immer wieder gesagt, das Rennen um Kaufhof sei noch völlig offen. Es gebe keinerlei Vorentscheidungen. Für Karstadt-Eigner Benko steht nach Erledigung der ersten Hausaufgaben bei Karstadt eine Konsolidierung der Warenhauslandschaft auf der Tagesordnung, hatte eine Person in seinem Umfeld erst vor wenigen Wochen gesagt. Damit nimmt der Österreicher erneut eine deutsche "Warenhaus AG" aus Karstadt und Kaufhof in Angriff. Bei seinem ersten Versuch hatte Metro die Verkaufsgespräche 2012 auf Eis gelegt.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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