Wirtschaft

Benko könnte Märkte übernehmen Karstadt-Eigner hat Interesse an Tengelmann

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Supermärkte im Sonderangebot: Während es für einige gutgehende Filialien zahlreiche Interessenten gibt, droht vielen defizitären Kaiser's-Märkten das Aus.

(Foto: dpa)

Das Ultimatum für Kaiser's Tengelmann läuft. Gibt es bis Freitag keinen Plan für eine Gesamtübernahme, will Eigentümer Haub die Kette zerschlagen. An den Einzelteilen meldet neben den großen Supermarktketten auch ein Warenhauskonzern Interesse an.

Karstadt-Eigner René Benko könnte Insidern zufolge seine Fühler nach Teilen der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ausstrecken, falls diese zerschlagen werden sollte. Es habe dazu bereits Gespräche zwischen Benkos Gesellschaft Signa und Tengelmann gegeben, sagten mehrere Insider. "Gerüchte kommentieren wir nicht", sagte ein Signa-Sprecher dazu. Eine Tengelmann-Sprecherin wollte sich ebenfalls nicht äußern.

Benko hatte mit Stephan Fanderl einen erfahrenen Handels-Manager an die Spitze der Warenhauskette Karstadt gesetzt. Fanderl kennt sich auch mit Supermärkten gut aus - in der Vergangenheit arbeitete er unter anderem auch für den Kölner Rewe-Konzern.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte Kaiser's Tengelmann ein Ultimatum gesetzt, das am Freitag abläuft. Finde sich bis dahin keine Lösung für die mit Verlusten kämpfende Kette, werde sie zerschlagen, hatte er angekündigt. Haub hatte vor zwei Jahren den Verkauf der Supermarktkette an den Branchenprimus Edeka besiegelt. Doch die Umsetzung des Kaufvertrags steht auf der Kippe. Das Kartellamt legte sein Veto gegen die Übernahme ein, im März hebelte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dieses per Ministererlaubnis aus. Edeka-Konkurrent Rewe klagte gegen diese Sondererlaubnis, das Oberlandesgericht Düsseldorf legte sie daraufhin in einem Eilverfahren auf Eis.

Haub will ab Freitag "in die Einzelverwertung gehen"

Tengelmann, Edeka, Rewe und der Handelsverbund Markant hatten dann im September in einem von der Gewerkschaft Verdi vermittelten Spitzen-Treffen vereinbart, eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann "tragfähige, gemeinsame Lösung zu finden". Diese steht indes noch aus. Einen neuen Termin für ein Spitzentreffen gibt es Insidern zufolge bislang nicht.  

Beschäftigte von Kaiser's Tengelmann wollen nun vor dem Ablauf der Frist mit Betriebsversammlungen noch einmal vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze warnen. "Sollten die Bemühungen um eine Umsetzung der Ministererlaubnis jedoch erfolglos sein, wird der Vertrag mit Edeka enden und wir werden in die Einzelverwertung gehen", hatte Haub angekündigt. Dann könnten den Insidern zufolge auch Benko zum Zug kommen.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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