Wirtschaft

Streit um KfW-Förderstopp Klagewelle gegen Bund bahnt sich an

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Mindestens 535 Wohnungen in Bayern könnten allein durch den vorgezogenen Förderstopp nicht gebaut werden, kritisiert der Verband.

(Foto: imago images/Michael Gstettenbauer)

Das Aus für die KfW-Förderprogramme beschäftigt den Bund womöglich noch eine ganze Weile. Auch der bayerische Wohnungswirtschaftsverband kündigt an, seinen Mitgliedern Schadensersatzforderungen nahezulegen. Die "versunkenen Kosten" gingen demnach in die Millionen.

Auf den Bund könnte nach der Kürzung seiner Wohnungsbauförderung eine Klagewelle von Genossenschaften und anderen sozial orientierten Wohnungsunternehmen zurollen. Der bayerische Wohnungswirtschaftsverband VdW riet seinen 490 Mitgliedsunternehmen, Schadenersatzforderungen rechtlich prüfen zu lassen, ebenso wie am Vortag bereits der norddeutsche Schwesterverband VNW. Grund sind die "versunkenen Kosten" - die Unternehmen haben bereits Millionen für die Planung neuer Wohnungen ausgegeben, die ohne Fördermittel wahrscheinlich nicht gebaut werden können.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren der KfW-Förderbank im Januar kurz vor Ende der Antragsfrist vorzeitig gestoppt. Nach scharfem Protest aus der Wohnungsbranche verkündete das Ministerium, dass vor dem 24. Januar eingegangene Anträge doch noch bearbeitet werden. Damit fehlte Wohnungsunternehmen und Bauherren aber immer noch eine Woche, um Anträge fristgerecht einzureichen, denn ursprünglich hätte das sogenannte EH55-Programm am 31. Januar auslaufen sollen. EH55 bedeutet, dass die Gebäude nur 55 Prozent der Energie eines Standardhauses verbrauchen.

Der um eine Woche vorgezogene Förderstopp bedeutet laut VdW, dass in Bayern mindestens 535 Wohnungen nicht gebaut werden können. "Die Wohnungsunternehmen haben langfristig geplant und bereits 9,4 Millionen Euro in diese Neubauprojekte investiert", sagte Verbandsdirektor Hans Maier.

Im VdW Bayern sind 490 überwiegend sozial orientierte Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, überwiegend Genossenschaften und kommunale Gesellschaften. Der Verband kritisiert darüber hinaus Unsicherheit bei zwei weiteren Förderprogrammen. So solle das KfW-Programm EH 40 für besonders energieeffiziente Gebäude zwar fortgesetzt, aber auf eine Milliarde Euro gedeckelt werden. Laut VdW waren bislang in Bayern rund 3000 Wohnungen in diesem Programm geplant. "Das wird eine große Lotterie", kritisierte Verbandschef Maier. Und ebenfalls offen ist demnach die Zukunft des Programms zur energetischen Gebäudesanierung.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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