Größer AnteilseignerKlaus-Michael Kühne stockt bei Lufthansa kräftig auf

In wenigen Wochen wird Kühne 89 Jahre alt - und denkt nicht ans Aufhören. Bei Deutschlands größter Airline kauft er über seine Beteiligungsgesellschaft zu und hält nun ein Fünftel an dem MDax-Konzern. Am Tag vor der Hauptversammlung ist das ein zusätzlich lohnendes Geschäft.
Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne stockt seine Beteiligung an der Lufthansa weiter auf. Wie der Konzern am Tag vor der Hauptversammlung mitteilte, erhöhte die Gesellschaft des 88-Jährigen ihren Anteil an der Fluggesellschaft um 5 auf nun 20 Prozent. Kühne hatte sich in der Vergangenheit offen gezeigt, seinen Anteil zu erhöhen, ergänzte jedoch, keine Kontrolle als Mehrheitsaktionär ausüben zu wollen. Zu den Gründen für die Aufstockung war zunächst nichts bekannt.
Der Präsident des Verwaltungsrats der Kühne Holding, Karl Gernandt, hatte sich im April angesichts der aktuellen Streiks bei mehreren Lufthansa-Konzernairlines bei den Spartengewerkschaften Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) und Vereinigung Cockpit (VC) über einen Missbrauch des Streikrechts beklagt. Das Schreiben war an mehrere Medien verschickt worden.
Die Kranich-Airline hatte in den ersten drei Monaten auf Jahressicht mit 8,75 Milliarden Euro acht Prozent mehr umgesetzt. Operativ fiel ein Verlust von 612 Millionen Euro an. Der Fehlbetrag belief sich auf 665 Millionen Euro. Trotz des Iran-Kriegs, gestiegener Kerosinpreise und Streiks ihrer Beschäftigten hält die Lufthansa an ihrem Jahresziel fest: Das operative Ergebnis vor Sonderposten (bereinigtes Ebit) soll den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro um mehr als zehn Prozent übertreffen.
An der Börse lag das Papier am Nachmittag mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent auf 8,32 Euro im Plus. Die Hauptversammlung soll am morgigen Dienstag eine Dividende von 0,33 Euro je Anteilsschein beschließen. Das wären zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Auf den Anteil von Kühne würde bei insgesamt rund 1,2 Milliarden ausstehenden Papieren eine Ausschüttung von knapp 74 Millionen Euro entfallen. Sein Anteil von einem Fünftel an dem Konzern hätte derzeit einen Börsenwert von rund 1,86 Milliarden Euro.